Wissenschaftler entdecken „rätselhafte“ Viren unbekannter Herkunft ohne bekannte Gene

In Brasilien wurde eine neue Virenart entdeckt, die in der Fachwelt wegen ihrer genetischen Struktur für Verwirrung sorgt.

Von Redaktion

Die Entdeckungen eines neuen Virus der aus nicht wiedererkennbaren Genen besteht durch brasilianische Forscher haben die wissenschaftliche Gemeinschaft „verwirrt“, ergab eine neue Studie, die in bioRxiv veröffentlicht wurde.

Das „mysteriöse“ Virus, das in Amöben in einem künstlichen See in Brasilien entdeckt wurde, gilt als die kleinste Lebensform der Welt, da niemand ohne Wirt überleben und sich fortpflanzen kann. Einige Wissenschaftler stellten die Frage, ob dieses Virus überhaupt als Lebewesen gelten sollten.

Der Forscher Jônatas Abrahão, Virologe an der Bundesuniversität von Minas Gerais in Belo Horizonte, nannte das neue Virus „Yaravirus“, nach einer Figur aus der brasilianischen Mythologie, deren Name „Mutter aller Gewässer“ bedeutet.

Als Abrahão und sein Team das neue Virusgenom sequenzierten, stellten sie fest, dass 90 Prozent der DNA-Sequenz unbekannten Ursprungs waren.

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Elodie Ghedin von der New York University, der Viren in Abwässern sequenziert, sagte, die Entdeckung von Yaravirus sei nicht überraschend.

Laut Ghedin haben 95 Prozent der Viren im Abwasser „keine Übereinstimmungen mit den Referenzgenomen [in Datenbanken]“. Aber wie in Abrahãos Fall werden ständig neue Viren gefunden.

Die Forscher waren sich nicht sicher, wie sich das neue Virus auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Zukünftige Tests könnten das Herstellen dieser Verbindungen beinhalten. Der Ansatz „ist ein wichtiges Instrument, um die Verteilung von Hunderten oder Tausenden von viralen Genomen zu lernen“, sagte Abrahão.

Curtis Suttle, ein Umweltvirologe an der Universität von British Columbia in Vancouver, sagte, dass einige Viren, die im Menschen vorkommen, uns gesund halten und andere für ein reibungsloses Brummen der Ökosysteme unerlässlich sind. „Ohne sie könnten wir nicht überleben“, sagte Suttle. „Die Entdeckung und Charakterisierung von Viren bietet enorme Vorteile.“

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Der jüngste Befund von Abrahão und seinem Team zeigt, wie wenig die moderne Wissenschaft in Sachen Charakterisierung der auf der Erde gefundenen Viren zu bieten hat. Es gibt noch so viele verschiedene Virenarten, die der Menschheit noch gar nicht bekannt sind.

Derzeit gibt es in Nigeria einen Fall, wo die Regierung vor einer „seltsamen Epidemie“ eines mysteriösen Virus gewarnt hat, bei der in weniger als einer Woche 15 Menschen ums Leben kamen. Bislang ist noch nicht bekannt, welche Art von Virus dahintersteckt und wie er sich verbreitet. Allerdings scheint er durchaus Potential für eine Ausbreitung zu haben.

Der Ausbruch des Coronavirus in China und auf der ganzen Welt hat auch gezeigt, wie unvorbereitet Regierungen und die wissenschaftliche Gemeinschaft auf aufkommende Infektionskrankheiten reagieren. Insofern gilt es, die Forschungen voranzutreiben und sich auf neue Epidemien bzw. Pandemien vorzubereiten. Denn diese werden mit Sicherheit kommen.

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