Thüringen: Neuwahl wäre für die CDU und für Merkel eine Katastrophe

Sollte es in Thüringen zu einer Neuwahl kommen, müsste sich die CDU auf eine Katastrophe einstellen. Die Linke würde deutlich zulegen und Merkel unter massiven Druck geraten.

Von Michael Steiner

Das Wahltheater rund um den Ministerpräsidenten in Thüringen lässt die Bevölkerung des mitteldeutschen Bundeslandes nicht kalt. Sollte es zu einer Neuwahl kommen, würde dies zu einer massiven Verschiebung bei den Stimmen kommen.

Eine Umfrage von Infratest dimap zeigt, dass offenbar doch eine relative Mehrheit der Thüringer mit der Arbeit von Ministerpräsident Bodo Ramelow zufrieden sind. Die Linke würde von zuvor 31 auf nunmehr 39 Prozent zulegen. Mit 24 (2019: 23) Prozent bliebe die AfD positiv stabil auf dem zweiten Platz, während die CDU gegenüber der letztjährigen Landtagswahl deutliche Verluste tragen müsste.

Merkels Partei rauscht in der Umfrage auf nur mehr 13 Prozent ab, nachdem sie bei der letzten Wahl noch 22 Prozent erhielt. Gleichzeitig könnte die SPD von 8 auf 10 Prozent zulegen und so ihr extrem miserables Ergebnis von 2019 zumindest in die Zweistelligkeit verbessern.

Für die Grünen mit 5 Prozent auf dem Niveau der letzten Wahl bliebe der Einzug eine Zitterpartie, während die FDP mit 4 Prozent wieder aus dem Erfurter Landtag fliegen würde. Sie schaffte es letztes Jahr nur Dank ein paar weniger Stimmen ganz knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.

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Schlussendlich hieße dies, dass einerseits Linke und SPD eine einfache Zweier-Koalition ohne die Grünen schließen könnten, andererseits durch den Rausflug der FDP (und unter Umständen der Grünen) die AfD mehr Abgeordnete entsenden könnte, während die CDU deutliche Mandatsverluste verkraften müsste.

Ein solches Ergebnis wäre auch ein massiver Schlag für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die so noch rascher der Ablöse entgegen geht. Ein Friedrich Merz könnte dies als Gunst der Stunde sehen und versuchen, die Führung der einst konservativen Partei zu übernehmen und auch den Vorsitz der Bundesregierung anstreben. Eine süße Rache des Wirtschaftsliberalen an der Regierungschefin, die ihn einst aus der Bundespolitik ekelte.

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