Syrien: Schwierige Kämpfe um Idlib

Ankara setzt vor allem auf lokale islamistische Milizen, um die eigenen Verluste in Nordsyrien möglichst gering zu halten. Die syrischen Truppen kämpfen sich durch.

Von Redaktion

Syrische Truppen haben es geschafft, die Al-Ghab-Ebene zu erobern, obwohl die Luftstreitkräfte zum ersten Mal seit 2015 ernsthaftem Widerstand ausgesetzt sind. Izvestias Quellen weisen darauf hin, dass der Feind in großem Umfang fortschrittliche Flugabwehrwaffen einsetzt.

Von der Türkei unterstützte Militante versuchen weiterhin, eine Offensive durchzuführen und die strategische Autobahn M5 erneut zu blockieren. Sie haben die Stadt Saraqib bereits erobert. Experten glauben jedoch, dass ihr Erfolg nur vorübergehend ist.

Idlib ist mit tragbaren Luftverteidigungssystemen gefüllt, was für Kampfflugzeuge und unbemannte Luftfahrzeuge, mit denen die syrischen Regierungstruppen ihr Artilleriefeuer einstellen, Schwierigkeiten bereitet, erklärte der Militärexperte Dmitry Boltenkov.

Wie auch immer, der Einsatz von Flugabwehrwaffen durch den Feind hat die erfolgreiche Offensive der syrischen Armee in Süd-Idlib nicht gestoppt, wo die Präsenz der Türkei minimal ist und Terroristen der Terrorgruppe Jabhat al-Nusra keinen wirksamen Widerstand leisteten.

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Am Mittwoch eroberten syrische Truppen die Hügel rund um die Al-Ghab-Ebene und übernahmen am nächsten Tag die Kontrolle über die meisten Siedlungen entlang der Ebene, in denen seit mehreren Jahren heftige Kämpfe stattgefunden hatten. Als Reaktion darauf starteten Militante eine Gegenoffensive gegen Saraqib, die von ihren Verbündeten unterstützt wurde.

Derzeit scheinen türkische Truppen nicht bereit zu sein, direkt zu kämpfen und sich auf Artillerieunterstützung zu konzentrieren, aber sie versorgen Militante großzügig mit Waffen und gepanzerten Fahrzeugen. Damit will Ankara die eigenen personellen Verluste möglichst klein halten, um keinen Unmut in der eigenen Bevölkerung zu schaffen.

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Der Erfolg der Terroristen in der Region Saraqib ist jedoch nur vorübergehend, betonte der Militärexperte Vladislav Shurygin. „Die Hauptstreikgruppe der syrischen Armee war nach Süden versetzt worden, und die Einheiten, die in der Nähe von Saraqib blieben, sind nicht die besten, so dass sie einen von türkischer Artillerie unterstützten militanten Angriff nicht vereiteln konnten“, erklärte er.

„Es ist keine leichte Aufgabe, Saraqib zu verteidigen, da es sich auf flachem Land befindet. Sobald die Operation im Süden der Provinz beendet ist, werden die syrischen Streikkräfte zurückkehren und die Militanten und Terroristen erneut zum Rückzug nach Idlib zwingen. Sie haben keine Chance, die Kontrolle über die M5 zurückzugewinnen, wenn die Türkei nicht in den Konflikt eintritt“, fügte Shurygin hinzu.

Unterdessen droht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan weiterhin mit einer Operation, um die syrische Armee wieder auf die durch die Abkommen von Sotschi festgelegte Linie zu bringen. Sein Ultimatum läuft am 29. Februar aus. Angesichts der Drohungen der Türkei bleiben die Aussichten für ein Treffen zwischen Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unklar.

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2 Kommentare

  1. Man kann nur hoffen, dass es den Truppen des sadistischen Assad-Regimes (s. die Tausende verifizierten grausamen Bilder des Überläufers Caesar aus Sednaya) nicht gelingen wird, mit Hilfe des jahrelangen russischen Bombenhagels Idlib einzunehmen. Falls doch, so würden weitere 3 Millionen Syrer, die sich lieber nicht von Assad und Putin „befreien“ lassen wollen, Richtung Europa streben.

    Der größte Terrorist in diesem Konflikt sitzt in Damaskus und sein mächtigster Verbündeter sitzt im Kreml. Und beide begehen in Syrien Grausamkeiten und Kriegsverbrechen in großem Umfang. Zudem kämpfen Sie Seite an Seite mit islamistischen Terroristen schiitischen Glaubens. Alles Wahrheiten, die sich das Contra-Magazin wohl kaum zu veröffentlichen traut.

    1. Du zählst wohl zu den Lämmern der staatlich geförderten Leitmedien.
      Mit Leuten, die eine Berieselung von Gehirnwäsche unterlaufen haben, ist schwer diskutieren.
      Bewege dich erstmal auf den alternativen Blogs.

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