Die neue Methode zur Diagnose einer Covid-19-Infektion in China sei zu ungenau, befinden russische Ärzte. Russland mangle es zudem an Diagnosegeräten.

Von Redaktion

Die Verwendung einer neuen Methode zur Diagnose von Covid-19, mit der die Zahl der in China infizierten Menschen am Morgen des 13. Februar um ein Drittel erhöht wurde, wird die Genauigkeit der Diagnosen verringern, sagen russische Wissenschaftler. Laut Izvestia führte die chinesische National Health Commission den Anstieg der Coronavirus-Fälle auf die neue Diagnosemethode zurück.

Laut der National Health Commission werden COVID-19-Fälle von nun an Patienten umfassen, die mit klinischen Methoden diagnostiziert wurden – anhand von Gesundheitssymptomen, dem Krankheitsbild und einer Computertomographie der Lunge. Dies bedeutet, dass Diagnosen gestellt werden, bevor Labortests basierend auf der Polymerasekettenreaktion durchgeführt werden.

Chinesische Mediziner sind zuversichtlich, dass es dadurch möglich sein wird, Patienten in den frühesten Stadien der Krankheit zu behandeln. Wobei allerdings die Inkubationszeit mit 14 bis 24 Tagen angegeben wird, in der die Infizierten keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigen.

Der Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten an der Russischen Nationalen Medizinischen Forschungsuniversität Pirogov, Vladimir Nikiforov, ist der Ansicht, dass Ärzte, die sich mit dem Coronavirus befassen, sich nicht darauf beschränken dürfen, nur die Computertomographie zu verwenden, da es unmöglich ist, das Coronavirus auf diese Weise zu identifizieren.

Loading...

Dementsprechend werde die Zahl der Patienten in China jetzt steigen und es werden viele falsche Diagnosen gestellt. „Zum Beispiel kann H1N1 (das Schweinegrippevirus) mit dem Coronavirus sowie einer Reihe anderer Infektionen der Atemwege verwechselt werden“, betonte Nikiforov.

Der Generaldirektor des Unternehmens für medizinische Informationslösungen, Konstantin Khomanov, bezweifelte auch, dass Lungenspezialisten, TB-Ärzte und Allgemeinmediziner anhand der Ergebnisse radiologischer Diagnosetests feststellen könnten, dass ihre Patienten das Coronavirus hatten.

Laut einer Umfrage, die von der mobilen App Spravochnik Vracha (oder Doctor’s Guide) durchgeführt wurde, sehen russische Mediziner nicht klar, wie sie mit dem neuen Virus umgehen sollen. 75 Prozent der befragten Spezialisten für Infektionskrankheiten und Virologen gaben an, nicht über die erforderlichen Diagnosegeräte zur Identifizierung von Covid-19 zu verfügen. Gleichzeitig glaubt die Hälfte von ihnen, dass Russland von der Coronavirus-Epidemie bedroht ist.

Sollte das Virus durch mehrere Infizierte nach Russland überschwappen und auch dort zu einer Pandemie führen, könnte das Gesundheitssystem des Landes nur bedingt darauf reagieren. Besonders gefährlich für die Bevölkerung ist demnach der Mangel an Diagnosegeräten, was eine rasche Ausbreitung des ansteckenden Virus erleichtert.

Zum Schutz der Bevölkerung ist ein rasches Handeln der russischen Regierung nötig. Insbesondere die flächendeckende Ausstattung mit dem notwendigen Gerät ist wichtig, um so effektive Maßnahmen ergreifen zu können.

Noch ist nicht klar, inwieweit eine globale Pandemie-Gefahr besteht, zumal die meisten Länder mittlerweile Schutzmaßnahmen an den Grenzen, den Flughäfen und den Seehäfen eingeführt haben. Doch gerade Russland ist wegen der langen, kaum flächendeckend und umfassend zu kontrollierenden Grenze zu China besonders gefährdet.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.