Kein anderer Kandidat für den CDU-Vorsitz steht so sehr für das Ende des Merkelismus wie Friedrich Merz. Taktiker in der CDU könnten dies nutzen, um die AfD zu treffen.

Von Michael Steiner

Friedrich Merz gilt als klassischer Konservativer mit starker Affinität zum Wirtschafts-Establishment. Für den „kleinen Mann“ in Deutschland ist er ein Albtraum, dennoch sehen nicht wenige Konservative in ihm eine Art Heilsbringer, der der Merkel-Ära tatsächlich einen Schlussstrich setzen könnte.

Etwas, was beispielsweise bei Norbert Röttgen oder Armin Laschet garantiert nicht der Fall ist. Denn die beiden Kandidaten um den Vorsitz der CDU gelten im Vergleich zu Merz als weich, unverbindlich und biegsam.

Doch obwohl Merz selbst auch nur für die Fortsetzung der Auflösung Deutschlands in einen EU-Superstaat steht, wäre ihm ein gewisser medialer Hype wohl ziemlich sicher, sollte er es schaffen und auch als Kanzlerkandidat der CDU in den Wahlkampf eintreten.

Denn, wie es der Medienwissenschaftler Norbert Bolz gegenüber dem „Focus“ sagte: „Wenn er es zum CDU-Chef schaffen sollte, könnte er durchaus die AfD halbieren – aus einem ganz simplen Grund: Von allen Kandidaten ist Merz der einzige, bei dem man vermuten könnte, dass er den Merkelismus beendet.“

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Bolz ist „der Auffassung, dass die AfD nichts anderes als eine Anti-Merkel-Partei ist.“ Sobald der „Merkelismus“ durch etwas anderes abgelöst werde, fehle für viele Wähler die Motivation, AfD zu wählen, behauptet er.

Angesichts der Tatsache, dass sich viele Menschen in Deutschland nach wie vor von der Bild, der Tagesschau und dergleichen beeinflussen lassen, könnte Bolz damit durchaus Recht haben. Und wenn nur ein Drittel der letztmaligen AfD-Wähler (wieder) zur CDU abwandern, wäre die AfD erneut in der Einstelligkeit und die CDU deutlich über 30 Prozent der Stimmen.

Allerdings bestünde die Gefahr, dass vor allem die (liberaleren) Anhänger von Schwarz-Grün unter den CDU-Sympathisanten taktisch die Grünen wählen, um so ihre eigene Partei möglichst in diese Koalition zu zwingen und sie zudem auch ihr (rechts-)konservatives Profil nicht zu sehr schärfen zu lassen.

Gerade dies könnte allerdins dazu führen, dass selbst liberalere CDU-Delegierte für Merz stimmen. Taktische Spielchen eben, um eine größere Mehrheit für die sogenannte „Mitte“ (bestehend aus Union, SPD, FDP und Grünen) zu erhalten. Die Stimmenverschiebungen von der Union zu den Grünen machen da für die CDU-Spitzen nicht viel aus, so lange man von der AfD Wähler abziehen kann.

Geht die Rechnung auf? Das ist schwer zu sagen. Aber in der etablierten Politik vertraut man aus Erfahrung darauf, dass sich die Leute gerne blenden lassen.

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One thought on “Halbiert Merz die AfD?”

  1. Die Frage ist falsch gestellt und müßte eher lauten: Halbiert Merkel Merz um ihre weitere Kanzlerschaft sicherzustellen und ihre Hilfstruppen Laschet/Spahn, einschließlich Röttgen sind ja schon aktiv geworden und wenn Merz es nicht schafft sich an die Spitze der Schwarzen zu stellen, wird sich garnichts ändern, da kann man sich heute schon sicher sein.

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