Die NATO kämpft gegen zwei „nicht existierende“ russische Militärkonzepte

Angeblich besitzt Russland zwei Militärkonzepte, welche die NATO mit allen Mitteln bekämpfen will. Das Problem dabei: diese existieren gar nicht.

Von Redaktion

Bei einem kürzlich abgehaltenen Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag schlug der russische Außenminister Sergej Lawrow vor, einen regelmäßigen Dialog zwischen beiden Militärs wiederherzustellen, schrieb die russische Zeitung Kommersant. Das Bündnis ist jedoch lediglich bereit, nur die Kommunikation auf politischer Ebene innerhalb des Russland-NATO-Rates fortzusetzen, was Moskau als unzureichend erachtet.

Nach Ansicht der russischen Seite kann der Mangel an Kommunikation auf militärischer Ebene und ein fast völliger Mangel an gegenseitigem Vertrauen zu einer falschen Interpretation der Absichten des jeweils anderen und damit zu einer möglichen Eskalation führen.

Quellen in den staatlichen Behörden Russlands haben Kommersant ein Beispiel dafür angeführt: Der jüngste verstärkte „Kampf“ der NATO gegen zwei Militärdoktrinen, der angeblich Russland zugeschrieben wurde, wird von Moskau jedoch als „nicht existent“ zurückgewiesen.

Im Jahr 2019 sagte das Pentagon, Russland habe begonnen, Szenarien für einen begrenzten Atomschlag zu entwickeln, schrieb Kommersant. Die NATO nennt diese angeblich von Russland angenommene Doktrin eine „Eskalation um der Deeskalation willen“.

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Vielen westlichen Militärexperten zufolge geht Moskau angeblich davon aus, dass man bei einem lokalen Konflikt mit konventionellen Waffen zwischen Russland und einem oder mehreren NATO-Ländern taktische Atomwaffen einsetzen könnte, wenn das russische Militär das Gefühl einer bevorstehenden Niederlage hat die Konfrontation zu ihren eigenen Bedingungen zu beenden.

Zusammen mit dieser Doktrin begann die NATO, die russische „hybride Bedrohung“ zu bekämpfen, die angeblich auf der „Gerasimov-Doktrin“ auf nichtmilitärischen Wegen zur Erreichung politischer und strategischer Ziele beruht.

„Die in der russischen Militärdoktrin über den Einsatz von Atomwaffen angeblich verankerte Aussage über die ‚Eskalation zum Zwecke der Deeskalation‘ entspricht nicht der Realität und ist eine absichtliche Verzerrung“, sagte das russische Verteidigungsministerium gegenüber Kommersant. Das Ministerium betonte, dass das Prinzip der „defensiven nuklearen Abschreckung“ in der Militärdoktrin enthalten ist, wonach der Einsatz von Atomwaffen nur als Reaktion möglich ist.

Kommersants Quelle in den Strukturen der Allianz ist jedoch davon überzeugt, dass dies der Grund dafür ist, dass die operativ-taktischen Raketensysteme von Iskander-M, die Atomsprengköpfe tragen können, in der Region Kaliningrad eingesetzt werden.

„Die Tatsache, dass offizielle russische Dokumente einen solchen Schlag nicht erwähnen, bedeutet nicht, dass Russland nicht an solchen Szenarien arbeitet. Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass Russland die NATO als zentrale Bedrohung ansieht, und wir haben nicht das Recht, dies zu ignorieren“, sagte einer der Quellen der Zeitung im NATO-Hauptquartier.

Im Brüsseler NATO-Hauptquartier scheint man jedenfalls Geister zu jagen, einfach an Paranoia zu leiden oder aber solche Behauptungen einfach aus Propagandazwecken heraus zu benutzen, um das „Feindbild Russland“ aufrecht zu erhalten. Doch egal was der Grund dafür ist – einer Besserung der Beziehungen ist dies nicht dienlich.

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