In Sachen Coronavirus sehen wir erst die Spitze des Eisbergs. Selbst chinesische Experten warnen bereits vor einem dramatischen Anstieg der Zahlen.

Von Marco Maier

Für jeden, der gehofft hat, dass die Zunahme neuer Fälle und Todesfälle in Wuhan am Mittwoch ein Einzelfall gewesen sein könnte – so einfach wird es nicht sein.

Leider sieht es so aus, als ob der Datendump (der auf eine Pro-forma-Todesabrechnung zurückgeführt wurde) nur der Anfang war. Denn chinesische Gesundheitsbeamte haben am Freitagnachmittag gewarnt, dass sie trotz eines Rückgangs am Donnerstag in den kommenden Tagen einen „Anstieg“ der Fälle erwarten.

Hubei bestätigte am Donnerstag 4.823 neue Fälle, darunter 3.095 Fälle, die mittels Röntgen- oder CAT-Scan diagnostiziert wurden und Hinweise auf eine Lungenentzündung zeigten. Dies war ein plötzlicher Einbruch gegenüber den insgesamt 14.840 Neuerkrankungen am Vortag, darunter 13.332 klinisch diagnostizierte Fälle. Am Donnerstag wurden in Hubei 116 Todesfälle gemeldet, gegenüber 242 am Mittwoch.

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Hier ein paar aktuelle Bilder aus Wuhan:

Und das ist noch nicht alles. Inzwischen meldete auch Ägypten den ersten Fall einer Coronavirus-Infektion in Afrika. Die betreffende Person ist kein Ägypter und asymptomatisch, wurde jedoch positiv auf das Virus getestet. Nach Angaben des Ministeriums wurden sie isoliert in einem örtlichen Krankenhaus untergebracht.

In China selbst sind offiziellen Angaben zufolge 1.760 Ärzte, Krankenschwester und Pfleger mit dem Virus infiziert. Das erschwert die Behandlung der Patienten. Allerdings verdeutlicht dies auch, dass selbst umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen keinen vollumfassenden Schutz vor dem Virus bieten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allerdings schon mitgeteilt, dass man mehr über die Infektionen der Gesundheitsmitarbeiter wissen wolle, insbesondere was den Zeitrahmen und die Umstände betrifft. Bereits am Wochenende soll ein ganzes Team von WHO-geführten internationalen Gesundheitsexperten in China ankommen, um die Untersuchung des Virus voranzutreiben. Ziel sei es, die Übertragung zu verstehen, die Schwere der Krankheit und die Auswirkungen der bestehenden Maßnahmen zu kennen, so die WHO.

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