Trotz beschönigender neuer Berechnungsmethoden gab es über Nacht einen massiven Anstieg bei den Neuinfektionen und Todesfällen.

Von Marco Maier

Das neue Coronavirus aus Wuhan, welches inzwischen offiziell mit Covid-19 bezeichnet wird, scheint doch schlimmer zu sein als es die Chinesen zu Anfang zugeben wollten. Die Lage ist deutlich schlimmer als es in den letzten Tagen aussah, wie neue Daten zeigen.

Offenbar hat Peking massiven Druck auf die Regionalbehörden in der Provinz Hubei ausgeübt, welche in den letzten Wochen offensichtlich versuchten, eine Massenpanik zu vermeiden und mit geschönten Zahlen hantierten – und das zusätzlich zur neuen Zählmethode (wir berichteten), bei der jene herausgerechnet werden, die zwar infiziert sind aber keine Symptome zeigen.

Über Nacht wurden plötzlich 14.840 neue Krankheitsfälle und 528 neue Todesfälle bekannt gegeben. Grafisch aufgearbeitet sieht dies so aus:

Über Nacht gab es eine große „Korrektur“ bei den Krankheitsfällen…

Hier die Todesfälle:

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Auch bei den Todesfällen gab es einen starken Anstieg.

Und hier ist ihre Erklärung:

Mit der Vertiefung des Verständnisses der neuen Coronavirus-Pneumonie und der Ansammlung von Erfahrungen in Diagnose und Behandlung im Hinblick auf die Merkmale der Epidemie in der Provinz Hubei, haben das Generalbüro der Nationalen Gesundheits- und Gesundheitskommission und das Amt der staatlichen Verwaltung für traditionelle chinesische Medizin den „Diagnose- und Behandlungsplan für eine neue mit dem Coronavirus infizierte Lungenentzündung (Studie (Version))“ herausgegeben, der die Klassifizierung der Falldiagnose in der Provinz Hubei um eine „klinische Diagnose“ erweitert, damit die Patienten so früh wie möglich eine standardisierte Behandlung gemäß bestätigter Fälle erhalten können um die Erfolgsrate der Behandlung weiter verbessern.

Dem Plan zufolge hat die Provinz Hubei kürzlich Untersuchungen zu Verdachtsfällen durchgeführt und die Diagnoseergebnisse überarbeitet. Neu diagnostizierte Patienten wurden gemäß der neuen Diagnoseklassifikation diagnostiziert. Um mit der Klassifizierung der von anderen Provinzen im ganzen Land herausgegebenen Falldiagnosen übereinzustimmen, wird die Provinz Hubei ab heute die Anzahl der klinisch diagnostizierten Fälle in die Anzahl der bestätigten Fälle zur Veröffentlichung aufnehmen.

Allerdings: Läge es nur an einer „ehrlicheren“ Veröffentlichungspolitik bei den Krankheitsfällen, würde die Zahl der Toten nicht auch deutlich nach oben schießen. Außer natürlich, man versucht nun einige der zuvor „versteckten“ Todesfälle in der Statistik unterzubringen.

Die Lage ist offenbar völlig außer Kontrolle, so dass das Politbüro in Peking nun doch zugestimmt hat, ein Team von internationalen Experten ins Land zu lassen um den Ausbruch in Hubei untersuchen zu können. Auch weitere internationale Hilfe wird nun laut WHO angenommen, zumal die Krankenhäuser in der Provinz Hubei völlig überlastet sind.

Jetzt beschweren sich US-Gesundheitsbeamte allerdings, dass Peking sie immer noch daran hindert, China zu besuchen, indem es den Amerikanern verweigert, sich dem WHO-Team anzuschließen, das nach China reist. US-Beamte bekräftigten am Mittwochnachmittag in New York, dass ihnen noch kein Grund für die Ablehnung mitgeteilt worden sei, und es darf bezweifelt werden, dass einer angeboten wird. Schließlich hat das Politbüro die Angewohnheit, seine Entscheidungen nicht zu erklären.

Nun bleibt abzuwarten, welche Zahlen noch in den kommenden Tagen publiziert werden. War dies ein „einmaliger Spike“ oder vielleicht doch erst der Anfang des zugebens des Verlusts der Kontrolle über den Ausbruch?

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One thought on “China: Coronavirus außer Kontrolle?”

  1. Da sieht man wieder, dass gelogen wird, dass sich die Zahlen biegen. Ich bleibe dabei, China ist pleite, und die Hausarreste dienen nur dazu, den Aufstand soweit zu verzögern, bis die Menschen schwach werden. Dann müssen sie sich um das Notwendigste kümmern und haben keine Zeit, zu fragen, wer das verursacht hat.
    Das gleiche wird etwas zeitversetzt auch hier zu bewundern sein.

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