BAMF-Chef: „Nur 45 Prozent der Asylsuchenden haben Ausweispapiere dabei“

Offenbar gibt es nach wie vor ein großes Problem bei der Identitätsfeststellung von Asylbewerbern. Ausweispapiere sind Mangelware.

Von Redaktion

Die Identitätsfeststellung von neu in Deutschland ankommenden Flüchtlingen ist immer noch kompliziert. „Nur etwa 45 Prozent der Asylsuchenden haben Ausweispapiere dabei“, sagte der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Hans-Eckhard Sommer, der „Rheinischen Post“. Bei den übrigen Personen sei man auf deren Angaben angewiesen.

Sicherstellen könne man inzwischen, dass sich im Asylverfahren niemand mehr mehrere Identitäten zulegen könne. Zudem würden die Angaben mit verschiedenen IT-Verfahren, beispielsweise Spracherkennung oder Auslesen von Handy-Daten überprüft. „Wir müssen daher möglichst früh nach Ankunft der Asylbewerber deren Handys auslesen“, betonte Sommer. „Nach einigen Tagen Aufenthalt in Deutschland bekommen wir oft nicht mehr die mitgebrachen Geräte vorgelegt.“

In 37 Prozent der Fälle bestätigten die Handy-Daten die Angaben der Asylbewerber, erklärte Sommer. Bei zwei Prozent könnten die Aussagen durch die Daten widerlegt werden. „In 61 Prozent der Fälle kommen wir nicht an zusätzliche Erkenntnisse.“ Das habe manchmal technische Gründe, oft liege es aber daran, dass schlichtweg keine verwertbaren Daten vorhanden seien.

Da stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass man zwar ohne gültige Ausweispapiere nach Deutschland einreisen, von dort aus dann jedoch nicht wieder in die Heimat abgeschoben werden kann, wenn es keine triftigen Asylgründe gibt. Aber im sonst so überregulierten Deutschland scheint sowas problemlos möglich zu sein.

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