BAMF-Chef: Fachkräfte aus Europa nicht aus Entwicklungsländern anwerben

Die Anwerbung von Fachkräften aus Entwicklungsländern sorge dort für eine Behinderung der Entwicklung und verschärfe den späteren Migrationsdruck.

Von Redaktion

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, hat die Erwartungen an das Fachkräfteeinwanderungsgesetz gedämpft und dazu geraten, mehr Menschen aus Europa nach Deutschland zu holen. “Ich bin der Meinung, dass wir bei der Fachkräfteanwerbung stärker in Europa ansetzen sollten”, sagte Sommer der “Rheinischen Post”.

In Südeuropa gebe es viele arbeitslose, gut ausgebildete junge Leute. “Diese als Arbeitskräfte für Deutschland zu gewinnen, wäre unter dem Aspekt der Integration wesentlich einfacher.” Innerhalb der EU gebe es auch keine rechtlichen Hindernisse, in einem anderen EU-Land zu arbeiten.

Er begrüße, dass die Fachkräftestrategie der Bundesregierung dort ansetze, betonte Sommer. Der Bamf-Chef warnte zudem davor, Fachkräfte aus Entwicklungsländern anzuwerben. “Ich halte es für problematisch, wenn wir zum Beispiel gut ausgebildete Personen aus gering entwickelten Staaten in größerer Zahl nach Deutschland holen”, sagte Sommer. Das habe die Folge, dass die Entwicklung für deren Heimatländer umso schwieriger werde.

Sommer betonte: “Wir müssen viel mehr Ausbildung und Arbeitsplätze in diesen Ländern schaffen. Wenn wir die Entwicklung dieser Staaten nicht fördern oder gar behindern, laufen wir Gefahr, uns die nächsten Flüchtlinge selbst zu schaffen.”

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