Wuhan: Forschungszentrum & Virenausbruch – ein Zufall?

In der chinesischen Stadt Wuhan befindet sich ein Forschungszentrum für gefährliche Pathogene. Und nun breitet sich ein Coronavirus von dort aus… Ein Zufall?

Von Marco Maier

Acht südchinesische Städte – inklusive Wuhan selbst – wurden mittlerweile unter Quarantäne gestellt, nachdem sich das neue Coronavirus weiter verbreitet und es erste Todesfälle außerhalb Wuhans gab. Für rund 23 Millionen Menschen in der Region gibt es nun massive Reiseeinschränkungen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu stoppen.

Doch während man offiziell noch rätselt, woher diese Mutation des Virus stammt und dafür schon Schlangen verantwortlich machte, gibt es bereits andere Bedenken. Denn wie die Fachzeitschrift „Nature“ bereits vor rund drei Jahren mitteilte, wurde in Wuhan ein Forschungszentrum für die „gefährlichsten Pathogene der Welt“ gebaut.

Ein kurzer Blick auf die Aufgaben dieses Labors wirft die unmittelbare Frage auf, ob es sich bei der Coronavirus-Epidemie nicht um einen bewaffneten Virus handelt, der gerade aus dem Labor entkommen ist:

Das Labor in Wuhan kostete 300 Millionen Yuan (44 Millionen US-Dollar). Um Sicherheitsbedenken auszuräumen, wurde es weit über der Überschwemmungsfläche gebaut und verfügt über die Kapazität, einem Erdbeben der Stärke 7 standzuhalten, obwohl es in der Vergangenheit keine starken Erdbeben gab. Es wird sich auf die Bekämpfung neu auftretender Krankheiten konzentrieren, gereinigte Viren speichern und als „Referenzlabor“ der Weltgesundheitsorganisation fungieren, das mit ähnlichen Labors auf der ganzen Welt verbunden ist. „Es wird ein Schlüsselknoten im globalen Netzwerk der Biosicherheitslabors sein“, sagt Laborleiter Yuan Zhiming.

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Die chinesische Akademie der Wissenschaften genehmigte den Bau eines BSL-4-Labors im Jahr 2003, und die Epidemie des SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom) verlieh dem Projekt ungefähr zur gleichen Zeit Auftrieb. Das Labor wurde mit französischer Unterstützung im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung von 2004 zur Prävention und Bekämpfung neu auftretender Infektionskrankheiten entworfen und gebaut. Die Komplexität des Projekts, die mangelnde Erfahrung Chinas, die Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Finanzierung und die langen behördlichen Genehmigungsverfahren führten jedoch dazu, dass die Bauarbeiten erst Ende 2014 abgeschlossen wurden.

Das erste Projekt des Labors besteht darin, den BSL-3-Erreger zu untersuchen, der das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber verursacht: ein tödliches Zeckenvirus, das Nutztiere auf der ganzen Welt, einschließlich im Nordwesten Chinas, befällt und zu Menschen überspringen kann.

Zukünftige Pläne sehen vor, den Erreger zu untersuchen, der SARS verursacht und für den auch kein BSL-4-Labor erforderlich ist, bevor auf Ebola und das westafrikanische Lassa-Virus übergegangen wird.

Was bedeutet BSL-4?

BSL-4 ist das höchste Maß an Biocontainment: Zu seinen Kriterien gehört das Filtern von Luft und das Behandeln von Wasser und Abfällen vor dem Verlassen des Labors sowie die Vorgabe, dass die Forscher vor und nach der Nutzung der Laboreinrichtungen Kleidung und Dusche wechseln müssen. Solche Labore sind oft umstritten. Das erste BSL-4-Labor in Japan wurde 1981 gebaut, es wurde jedoch mit weniger gefährlichen Krankheitserregern betrieben, bis 2015, als die Sicherheitsbedenken endlich ausgeräumt waren.

Und hier ist, warum das alles ein Problem ist:

Sorgen umgeben das chinesische Labor. Das SARS-Virus ist mehrfach aus hochrangigen Rückhalteeinrichtungen in Peking entkommen, stellt Richard Ebright, Molekularbiologe an der Rutgers University in Piscataway, New Jersey, fest.

Nun stellt sich die Frage, ob der aktuelle Coronavirus-Ausbruch nicht auf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in der Forschungseinrichtung zurückzuführen ist, in der unter anderem auch an Impfungen für verschiedene Krankheiten und an Krankheitserregern für Mensch und Tier geforscht wird.

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