Naher Osten – Quo Vadis?

Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Doch noch kann das Ruder herumgerissen werden. Frieden und Stabilität liegen im eigenen Interesse.

Von Marco Maier

Der Reichtum an Erdöl und Erdgas sorgte dafür, dass die meisten Staaten des Nahen Ostens trotz des Mangels an sonstigen Ressourcen wohlhabend werden konnten. Doch dieser Reichtum weckt Begehrlichkeiten. Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger sagte einmal: „Öl ist ein viel zu wichtiges Gut, um es den Arabern zu überlassen“ („Oil is much too important a commodity to be left in the hands of the Arabs“). Entsprechend agiert auch die US-Außenpolitik.

Und nicht nur sie. Ohne eine starke nationale Führung würde jedes der ressourcenreichen Länder rasch im Chaos versinken. Man werfe einen Blick auf den Irak oder nach Libyen. Beide Staaten haben mit rivalisierenden ethnischen Gruppen bzw. Stämmen zu tun, die „ihren Teil des Kuchens“ haben wollen.

Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi mögen zwar autoritäre Herrscher gewesen sein, dennoch hielten sie ihre Länder zusammen. Heute herrscht dort Chaos, weil die starken Männer weg sind und niemand da ist, der sie ersetzen kann.

Auch in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar, in Kuwait, im Oman oder in Bahrain kann der Wohlstand nur verteidigt werden, wenn eine harte Hand regiert. Die arabische Stammeskultur oder die Beduinenkultur können nicht in wenigen Jahrzehnten durch eine äußere Modernisierung ausradiert werden. Das ist unmöglich. Japan oder Südkorea haben sich beispielsweise kulturell auch nicht sehr stark verändert und trotzdem eine umfassende Modernisierung durchgezogen. Man muss nur den passenden Weg dafür finden, dies umzusetzen.

Allerdings führt diese Gemengenlage zu innen- und regionalpolitischen Spannungen. Sunniten gegen Schiiten, Iraner gegen Araber – und dann ist da noch der umstrittene Umgang mit Israel. Hinzu kommt die Abhängigkeit von den Amerikanern was die äußere Sicherheit anbelangt. Kein Wunder, dass sich manche Länder in der Region inzwischen auch mit Russland und China beschäftigen.

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