In der letzten Zeit korrigiert der Internationale Währungsfonds seine Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung immer wieder nach unten. Lichtblicke sind nicht in Sicht.

Von Redaktion

Nachdem der IWF im Oktober seine globalen Konjunkturaussichten für 2019 auf 2,9 Prozent gesenkt hatte, was den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise darstellte, und drohte, dass das globale Handelswachstum „kurz vor dem Stillstand“ stehe, stufte der IWF seine Prognose für das globale BIP erneut herab. Für die Jahre 2020 und 2021 wird mit dem sechsten Rückgang in Folge gerechnet, auch wenn das globale BIP im Jahr 2020 in einem leichten Anstieg von 2,9 auf 3,3 Prozent (gegenüber 3,4 Prozent im Oktober) und von 3,4 Prozent im Jahr 2021 zu erwarten ist (von 3,6 Prozent). Wie der IWF mitteilt: „Es gibt derzeit vorläufige Anzeichen dafür, dass sich das globale Wachstum stabilisiert, wenn auch auf einem gedämpften Niveau.“

Dem IWF zufolge spiegelt die Abwärtskorrektur vor allem negative Überraschungen für die Wirtschaftstätigkeit in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften wider, insbesondere in Indien, wo das BIP im Jahr 2020 voraussichtlich nur um 5,8 Prozent gegenüber 7,0 Prozent steigen wird. Das bedeutet, dass China im Jahr 2020 wieder zulegen und den Titel der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft der Welt übernehmen wird. In einigen Fällen spiegelt diese Neubewertung auch die Auswirkungen zunehmender sozialer Unruhen wider.

Die Korrektur der Wachstumsprognose für 2020 des IWF. Grafik: Bloomberg

Abgesehen von dem Debakel an den Schwellenmärkten sagte der IWF, dass die Marktstimmung auf der positiven Seite durch vorläufige Anzeichen, dass die Produktionstätigkeit und der weltweite Handel ihren Tiefpunkt erreichen, eine breit angelegte Verlagerung hin zu einer akkommodierenden Geldpolitik und zeitweise günstige Nachrichten über die USA und China gestützt wurde.

Und dies wird für Händler von besonderem Interesse sein, auch der IWF räumte ein, dass „in den globalen makroökonomischen Daten noch wenige Anzeichen für Wendepunkte sichtbar sind“.

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Neben dem Zusammenbruch in Indien hat sich der IWF auch in den USA und in Europa im Jahr 2020 weiter verlangsamt. Beide Werte wurden um 0,1 Prozentpunkte auf 2,0 und 1,3 Prozent gesenkt, während in China ein moderater Anstieg von 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent verzeichnen war, die jedoch im Jahr 2021 auf 5,8 Prozent gesenkt wurden.

Was der IWF natürlich nicht mit einplanen kann sind mögliche katastrophale Ereignisse wie ein Börsencrash oder der Ausbruch eines neuen Golfkrieges. Wenn man die ganzen potentiellen Krisenherde betrachtet, kann man nur davon ausgehen, dass die nächsten Korrekturen weiter nach unten gehen werden. Irgendwelche positiven Impulse sind derzeit nicht in Sichtweite.

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