Jede US-Staatsanleihe die gekauft wird hält das US-Imperium weiterhin am leben. Ohne die Fähigkeit enorme Schulden zu machen, wäre es schon längst kollabiert.

Von Marco Maier

Wissen Sie, wie viele Schulden die Vereinigten Staaten von Amerika inzwischen angehäuft haben? Ich sage es Ihnen: rund 23 Billionen Dollar. Das sind 23.000 Milliarden. Im Jahr 2001, dem Jahr als der „Krieg gegen den Terror“ begann, lag der Schuldenstand noch bei 5,8 Billionen Dollar. Das heißt: in den letzten 19 Jahren hat sich dieser Schuldenberg vervierfacht.

Von diesen rund 17 Billionen Dollar gingen laut einer konservativen Studie des Watson Institutes der Brown University 6,4 Billionen Dollar nur für den „Krieg gegen den Terror“ drauf. Das ist mehr als die Hälfte der rund 12 Billionen Dollar, die seitdem insgesamt ans Pentagon geflossen sind.

Allerdings machen diese Zahlen auch deutlich, dass ohne die Möglichkeit der USA, quasi unbegrenzt Kredite aufnehmen zu können, dieser gigantische Militärapparat gar nicht finanzierbar wäre. Washington müsste sich auf die wirkliche Landesverteidigung zu Hause konzentrieren, anstatt sich um die Verteidigung des globalen Imperiums zu kümmern.

Damit wird auch klar: jeder Kauf von US-Staatsanleihen stützt dieses militaristische System und den Militärisch-industriellen Komplex (MIK), der wie die Maden im Speck lebt. Ein Komplex, der davon lebt, dass das Pentagon und die ganzen Vasallen (von der NATO über die arabischen Golfstaaten bis hin zu Japan und Südkorea) sich mit militärischer Ausrüstung Made in the USA eindecken.

Loading...

Oder sollte man besser sagen: sich eindecken müssen? Immerhin dürfen die „Partner“ ja keine russische Luftabwehrsysteme des Typs S-400 kaufen. Offiziell, weil das System ja die modernen F-35 Stealth Fighter erkennen könnte. Inoffiziell geht es jedoch vor allem darum, dass die Türkei, Indien & Co gefälligst US-amerikanische Patriot-Systeme kaufen sollen. Auch wenn diese viel teurer sind, weil jedes Subunternehmen bei der Herstellung noch mitverdienen möchte.

Dies ist auch mit ein Grund dafür, weshalb Washington weltweit für neue Krisenherde sorgt. Nur ängstliche Kunden sind gute (kaufwillige) Kunden.

Umso wichtiger wäre ein Umdenken. Global. Je mehr Staaten auf den Kauf von US-Kriegsmaterial verzichten und je weniger Regierungen und Finanzinstitute, Pensionskassen usw. US-Staatsanleihen kaufen, umso stärker gerät dieser Komplex und damit auch das US-Imperium unter Druck. Das Imperium auf Pump würde kollabieren.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

One thought on “Imperium auf Pump”

  1. Frage mich ohnehin fast jede Woche auf’s Neue: Welcher normale Mensch (analog die westliche Welt, Staaten) sponsert denn einen Schlendrian (USA), der nicht mit Geld vernünftig umgehen kann, und das für Weiber, Alk, Drogen, Glücksspiel, Luxus (Waffen, Finanzmafia) mit vollen Händen zum Fenster rauswirft? Als Kredite gewährte Hilfen werden ohnehin nicht zurückgezahlt -die warten dann auf die „Neutralisierung“ der Schulden durch den Crash!!
    Dieserart leichtfertig handelnde Leute würde man als geistig zurückgeblieben oder als verantwortungslos einstufen, diese Personen wären die mit einem Stempel versehen. („bankrott“)
    Aber als Staaten so zu verfahren, erfüllt den Tatbestand des Landesverrats oder mindestens der Veruntreuung, eben als willfährige Vasallen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.