In den letzten Jahren ist die neue Protestkultur nicht nur in Deutschland vielfältig zu beobachten. Es wird für alles und gegen alles gerne protestiert. Die Menschen gehen auf die Straßen und wollen ihre eigene Meinung durchsetzen. Der Austausch dabei kommt aber fast immer zu kurz. Denn mit der Protestkultur ist auch zu beobachten, das die Meinungen derart fest stehen, das andere Argumente nicht oder kaum akzeptiert werden. So ist vor allem eine Zunahme der Proteste in den Linken und Rechten Lagern stark zu beobachten, ohne dass dabei aber ein wirklicher Austausch stattfindet.

Besonders frappierend waren die Protestkundgebungen der Klimaschützer. Hier waren es vor allem Kinder und Jugendliche, die regelmäßig auf die Straße gingen und weiterhin versuchen mit Protest ihre Meinungen und Ansichten durchzusetzen. Wie bei vielen anderen Protestgruppen, kommt es auch hier nur zu einem einseitigen Austausch.

Protestkultur – Abgrenzung statt Austausch

Protest ist gut und gehört in einer Demokratie zu einem legitimen Mittel. Protest bedeutet aber gleichzeitig die Bereitschaft zur Diskussion mit Andersdenkenden. Doch genau hier kommt es häufig zur Abschottung. Statt über den Austausch Dinge ändern zu wollen, wird auf den eigenen Ansichten beharrt. Das ist mittlerweile bei allen Protestbewegungen gut zu beobachten.

Beste Beispiele finden wir auch bei Stuttgart 21, dem Stromtrassenausbau oder bei Deichneubauten. Es kommt regelmäßig zu Protesten, die lähmen und das weitere Voranschreiten verhindern, da ein Austausch häufig gar nicht gewollt ist. Proteste gibt es zu allen Themen und in allen Orten. Dabei handelt es sich um soziale Bewegungen mit dem Ziel, die Gesellschaft zu ändern oder einen Wandel zu beeinflussen bzw. diesen aufzuhalten. Bei größeren Protesten, so auch beim Klima, ist zu beobachten, das alles am Ende zu einer Marketing- und Machtfrage verkommt. Das eigentliche Ziel gerät aus den Augen und die Bereitschaft, miteinander zu diskutieren und Lösungen zu finden, schwindet.

2019 war das Protestjahr

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Nicht nur in Deutschland, weltweit waren die Proteste so groß und gewalttätig, wie nie zuvor. Dabei zeigte sich auch, dass aus der Gruppendynamik Gesichter des Widerstands entstanden, die regelmäßig in den Medien auftauchten. Die größten Proteste des Jahres 2019 spielten sich zwischen Klima und dem Wunsch nach Unabhängigkeit (Hongkong) ab. Chile, Hongkong, Sudan, Iran sind dabei in einem Atemzug mit den Klimaprotesten in Deutschland und Europa zu nennen.

Umso länger sie dauerten, desto häufiger gab es Ikonen, Gesichter des Widerstandes. So zum Beispiel die 22-jährige Studentin Alaa Salah, die im Sudan zur Ikone der Massenbewegung wurde. Die Architekturstudentin mit ihrem traditionellen Gewand wurde hunderttausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt.

Frauen geben den Ton beim Protest an

Und da taucht auch der Name Greta Thunberg auf. Eine 16-jährige, die weltweit für den Klimaprotest steht, aber auch immer wieder selbst in die Kritik gerät.

Besonders bekannt ist der Name von Joshua Wong, das Gesicht der Regenschirmbewegung in Hongkong. Von dem 23-jährigen ist wenig bekannt. Er forderte die Regierungschefin Carrie Lam zum Rücktritt auf.

In Libanon war es Malak Alaywe Herz, die gegen die politische Führung in seinem Land demonstrierte.

Auffallend ist, das bei der neuen Protestkultur vor allem Frauen im Mittelpunkt stehen. Dabei bleibt es fraglich, ob es sich dabei um ein Kalkül oder eine Momententwicklung handelt. Mit Sicherheit werden sich die zahlreichen Proteste, gerade rund um den Klimawandel, in 2020 weiter fortsetzen. Es bleibt also spannend.

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