Auch wenn die Arbeitslosenrate derzeit niedrig bleibt, zeichnet sich ein Ende des zehnjährigen Booms am Arbeitsmarkt ab. Die wirtschaftsfeindliche Politik Berlins zeigt langsam Wirkung.

Von Michael Steiner

Nun gut, die offizielle Arbeitslosenquote ist auch nur geschönt und daher nur bedingt ein guter Indikator, dennoch liegt sie derzeit recht stabil. Angesichts der anhaltend hohen Zuwanderung zeigt dies, dass doch immer noch genügend Jobs geschaffen werden. Noch.

Denn laut der „Welt am Sonntag“, gibt es regional bereits einige Änderungen. Die Zahl der Kreise und Städte in Deutschland mit steigender Arbeitslosigkeit nimmt spürbar zu. In einzelnen Kreisen habe die Zahl der Menschen auf Jobsuche im Jahresvergleich um bis zu 29 Prozent zugenommen, so die Zeitung.

„Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresende stärker verschlechtert, als es die stabile deutschlandweite Arbeitslosenquote suggeriert“, sagt Felix Hüfner, Chefökonom bei der Großbank UBS. Aus seinen Auswertungen geht hervor, dass der Anteil der Menschen auf Jobsuche im Dezember 2019 in 45 Prozent der 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte höher war als ein Jahr zuvor. Das ist der höchste Wert seit 2013. Die Verschlechterung der Lage wird durch das wachsende Ausmaß der Kurzarbeit unterstrichen.

Im Januar dürfte die Zahl der Kurzarbeiter deutschlandweit auf 113.000 gesprungen sein, schätzen die Experten der Bundesagentur für Arbeit. Das wäre der höchste Stand seit dem europäischen Krisenjahr 2011. „Die Gefahr, dass die gesamtdeutsche Arbeitslosenquote in den nächsten Monaten steigt, hat weiter zugenommen“, erklärt Hüfner. Historisch gesehen sei das immer dann der Fall gewesen, wenn 60 Prozent der Kreise eine höhere Zahl von Menschen auf Jobsuche melden.

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Grundlage für seine Befürchtungen sind Muster, die er bis zu den 1980er-Jahren zurück untersuchte und die sich zu wiederholen scheinen. Besonders rapide verschlechtert sich die Beschäftigungssituation in den industriell geprägten Bundesländern, wenngleich auf hohem Niveau. In Baden-Württemberg vermeldeten beispielsweise zuletzt drei Viertel der Kreise eine auf Jahressicht höhere Arbeitslosigkeit. In Mannheim zum Beispiel lag die Zahl der Menschen auf Stellensuche im Dezember 29 Prozent höher als Ende 2018. In der Vergangenheit war die Entwicklung im Südwesten oft ein Frühindikator für den gesamtdeutschen Trend.

Die Forscher des Ifo-Instituts bringen die Jobkrise in Zusammenhang mit den Umbrüchen in der Automobilproduktion, die aus ihrer Sicht zu einem Belastungsfaktor für die gesamte Konjunktur geworden sind. „Auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt der Strukturwandel jetzt seine Spuren“, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Der Ökonom kalkuliert, dass die Zahl der Beschäftigten im Kfz-Bau 2019 saisonbereinigt um 1,3 Prozent gesunken ist, wesentlich stärker als im restlichen verarbeitenden Gewerbe.

Im Automobilsektor befinden sich besonders viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Einer Ifo-Umfrage zufolge griffen zuletzt 14 Prozent der Branchenunternehmen auf das Instrument der bezuschussten Arbeitsreduzierung zurück. In der gesamten Industrie waren es sieben Prozent. „Für die kommenden drei Monate erwarten sogar 19 Prozent der Unternehmen in der Autobranche Kurzarbeit, verglichen mit 15 Prozent in der übrigen Industrie“, heißt es in einer Ifo-Studie.

Doch es ist nicht das Verarbeitende Gewerbe allein. Auch die Hauptstadt Berlin, wo Automobilbau und Industrie insgesamt eine untergeordnete Rolle spielen, erlebte zum ersten Mal seit fünf Jahren ein Hochschnellen der Arbeitslosenzahlen im 12-Monats-Vergleich.

Wie man sieht, zeigen die wirtschaftspolitischen Verfehlungen im Rahmen des Klimawahns bereits erste Auswirkungen. Die wirtschaftsfeindliche Politik der Bundesregierung und der grünen Anhängsel wird sich noch gnadenlos rächen. Davon kann man getrost ausgehen.

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