Bundesgesundheitsminister Jens Spahn blamiert sich in Sachen Coronavirus – und gibt den Menschen falsche Ratschläge hinsichtlich der Verwendung eines Mundschutzes.

Von Michael Steiner

Bei manchen Sachen fragt man sich, wie sie da hin gekommen sind. Wie Autos in die Dächer von Häuser oder Jens Spahn in das Amt des Bundesgesundheitsminister. Denn offensichtlich hat er angesichts der Verbreitung des Coronavirus ein kleines Informationsdefizit, welches er auch noch öffentlich preisgibt.

Zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung empfehle er vor allem Hygiene und Prävention. „Hände waschen und desinfizieren lohnt sich immer, übrigens auch bei der Grippewelle“, so Spahn. „Mundschutz ist nicht notwendig, weil der Virus gar nicht über den Atem übertragbar ist“. Mit einem Impfstoff gegen den neuartigen Virus sei frühestens in drei bis fünf Monaten zu rechnen, sagte Spahn der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“, wo er scheinbar die falschen Antworten darauf liefert.

Denn: der Virus 2019-nCoV wird (ähnlich wie die Grippeviren) via Tröpfcheninfektion verbreitet. Klar, über den Atem selbst nicht – aber eben bei Husten zum Beispiel über die dabei ausgestoßenen Speicheltröpfchen.

Coronavirus-Update: Weiter starker Anstieg der Fälle

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Wie die Webseite „Live Science“ es auf die Frage „Kann der Virus zwischen den Menschen übertragen werden?“ erklärt:

Ja, laut CDC verbreitet sich das Virus Berichten zufolge in vielen Teilen Chinas von Person zu Person aus. In Bezug auf die Art und Weise, wie man sich mit dem Virus infizieren würde, gibt die CDC an, dass sich menschliche Coronaviren am häufigsten folgenderweise zwischen einer infizierten Person und anderen Personen ausbreiten:

  • durch die Luft (von Viruspartikeln aus Husten oder Niesen);
  • durch engen persönlichen Kontakt (Berühren oder Schütteln der Hände);
  • einen Gegenstand oder eine Oberfläche mit Viruspartikeln (berühren Sie dann Mund, Nase oder Augen, bevor Sie Ihre Hände waschen, können Sie infiziert werden);
  • und selten von Stuhlkontamination.

Offenbar ist Herr Spahn auf dem falschen Posten und verbreitet über das Massenblatt „Bild“ auch noch „Fake News“ (welche die Bundesregierung, dessen Teil er ist, ja eigentlich bekämpfen will). Aber vielleicht hat er ja bereits ein privates Investment im Behandlungsbereich, sollte es zu einer Coronavirus-Pandemie auch in Deutschland kommen. Neu wäre solch ein Engagement ja nicht…

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