Bio-Lebensmittel seien oftmals zu billig, befindet Bauernpräsident Rukwied. Aktionsangebote schadeten den Bauern.

Von Redaktion

Bauernpräsident Joachim Rukwied kritisiert Werbekampagnen mit Schnäppchenpreisen für Bio-Lebensmittel. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Rukwied: „Die Preisgestaltung bei Bio-Produkten, beispielsweise Aktionsangebote, beobachte ich mit großer Sorge.“

Bio-Produkte seien in der Herstellung teurer als konventionelle. „Die Biobauern brauchen daher einen höheren Preis, sonst funktioniert das nicht.“ Er sehe die Gefahr, dass die Landwirte unter Preisdruck geraten könnten, in einzelnen Bereichen sei das bereits so.

Rukwied appellierte zudem an Verbraucher, „verstärkt regionale Qualitätsprodukte zu kaufen“. Er sagte: „Achten Sie darauf, wo die Ware herkommt! Das gilt auch für Öko-Lebensmittel.“ Denn immer wieder werden Bio-Produkte hunderte oder gar tausene Kilometer durch die Landschaft gekarrt, bevor sie in den Supermarktregalen landen.

Laut Bauernpräsident würden in Deutschland im Schnitt nur zehn Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. „Das ist einfach zu wenig. Denn wir können die Landwirtschaft nur dann verändern, wenn die Bereitschaft dafür da ist, mehr für Lebensmittel auszugeben.“

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Allerdings müssen viele Menschen in Deutschland bereit rund die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen (Miete, Strom, Wasser…) ausgeben, so dass sie auf günstige Lebensmittel angewiesen sind. Ein Umstand, der auch oftmals eine Rolle spielt.

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5 thoughts on “Bio-Produkte: Bauernpräsident kritisiert Preisgestaltung”

  1. Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Wohnen ist sehr teuer geworden und eine Ausgabe wo kaum gespart werden kann, da es günstige Wohnungen nicht gibt. Also bleiben Lebensmittel jene Ausgaben die leicht gekürzt werden können ohne zu hungern. Alle angebotenen Lebensmittel in der EU ensprechen dem Standard für Lebensmittelsicherheit. Für direkt vermaktete ist das nicht immer der Fall.

    1. „Den EU Standard, entsprechen . . . „ „“
      hat null effektiven Aussagewert. Ein theoretisches Label mit viel Zwischenraum.

      Wer beim Direktvermarkter kauft, bewegt sich schon mal an der Quelle.
      Warum sollte die Ware ab Hof mieseren Standards ausgesetzt sein?
      Das Gegenteil liegt vor, reden wir erst gar nicht von der Frische.

      1. Kennen Sie die Lebensmittelstandards der EU? Den Codex Alimentarius?
        Wenn ja, ist ihre Antwort einfach dumm und ignorant, wenn nicht …….

        Die Bauern sollten ebenfalls erkennen wie auch alle anderen Industrie- Handels- und sonstigen Wirtschaftszweige daß wir in einer kapitalsitischen Welt innerhalb der EU leben. Da bestimmt jeder seinen Preis selbst und nicht der Staat. Das war so in der DDR, dafür gab es Vorteile und auch Nachteile.

        Frische vom Direktvermarkter nennen sie, naja da sollten sie etwas genauer hinschauen. Keimbelastung ist in diesem Bereich sehr hoch, das liegt an den Vermarktern und am Kunden!

        1. Ich äußere mich mal so:
          Deutschland hat auch ein Grundgesetz. Wie oft wird es selbst von höchster Stelle gebrochen, ja sogar der Eid (Schwur) gebrochen und darüber hinweg gestiegen?
          Zum Kern der Sache hier. Wer kontrolliert als Beispiel die BIO Kartoffeln, die hier eingeflogen werden vom Erzeugung Feld in Ägypten bis zur Ladentheke in DE, wo sie dem Konsumenten ausgehändigt werden?
          Wer das israelische BIO Gemüse, das im EU Supermarkt auftaucht? Die Liste ließe sich fortsetzen.

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