US-Erpressungspolitik: Kauft nicht beim Russen!

Die neuen Sanktionen rund um Nord Stream 2 zeigen, wie egoistisch die US-Außenpolitik ist. Es ist an der Zeit, sich von den USA zu lösen.

Von Marco Maier

Der Türkei drohen Sanktionen wegen des Kaufs russischer S-400-Luftabwehrsysteme, den Europäern nun wegen des Baus der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. Denn das Abgeordnetenhaus der USA hat nun den 2020 National Defense Authorization Act (NDAA) beschlossen, der nächste Woche nur noch vom Senat bestätigt werden muss, bevor ihn Trump dann unterzeichnet und in Kraft setzt.

Der NDAA erhöht nicht nur das US-Militärbudget um 22 auf 738 Milliarden US-Dollar, sondern beinhaltet eben auch Sanktionen gegen jene Unternehmen, die am Bau der Pipeline von Russland über die Ostsee nach Deutschland beteiligt sind.

Und der Hauptgrund für die Sanktionen? Dass die „Partner“ in Europa lieber günstigeres Erdgas aus Russland kaufen wollen als das teurere Fracking-Gas aus den Vereinigten Staaten, das ist der Hauptgrund. Dabei könnte das teure Fracking-Gas doch dazu beitragen, das irsinnig hohe Leistungsbilanzdefizit der USA mit der EU zu reduzieren. Ganz zu schweigen davon, dass man ja nicht bei den Russen kaufen soll.

Immerhin haben die USA bereits mehrere Sanktionen gegen Russland verhängt, die von den Europäern Dank der transatlantischen Rektalakrobaten mitgetragen werden und der europäischen Wirtschaft massiv schaden, während Washinton den eigenen Konzernen großzügigerweise Ausnahmeregelungen erlaubt. Eine falschere „Freundschaft“ auf staatlicher Ebene gibt es woanders wohl kaum. Washington verschafft den eigenen Unternehmen so weltweit unlautere Vorteile gegenüber ihren Mitbewerbern im Ausland.

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Doch langsam regt sich auch bei den sonst gerne vor Washington kuschenden deutschen Politikern Widerstand gegen die US-amerikanische Erpressungspolitik. Außenminister Heiko Maas, erklärte gegenüber Bloomberg: „Die europäische Energiepolitik muss in Europa entschieden werden, nicht in den USA.“ Auch andere deutsche Politiker quer durch die Parteienlandschaft – selbst von den Grünen und den Liberalen – übten Kritik am US-Gehabe.

Doch wann zieht man endlich die Konsequenzen und kündigt die „transatlantische Partnerschaft“ auf, die schlussendlich ohnehin nur dazu dient, das US-Imperium am Leben zu erhalten und willfährige Vasallenstaaten um sich zu scharen, die die Agenda des US-Establishments (möglichst bedingungslos) mittragen.

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