Religionskritik muss erlaubt sein

Wer Kritik an Religionen als „Phobie“ bezeichnet, dem fehlt das Verständnis für dieses Thema.

Von Marco Maier

Eines vorweg: ich bin Agnostiker. Für mich gibt es weder Beweise für noch gegen die Existenz von „Gott“ oder „Göttern“, zudem halte ich tausende von Jahren alte Texte mit religiösen Geschichten für kaum aussagekräftig, zumal man die religionshistorische Entwicklung hierbei miteinbeziehen sollte. Dennoch halte ich es mit dem von Friedrich II. verkündeten Motto, dass jeder nach seiner Façon selig werden soll – und ergänze, dass dies nicht inkludiert, andere mit der eigenen Façon selig machen zu wollen.

Und hier kommt das große „aber“: Niemand soll mit Zwang in die Glaubens- bzw. Religionsnormen anderer hineingepresst werden dürfen. Ebenso muss es erlaubt sein, Kritik an religiösen Praktiken, Normen und Forderungen zu äußern.

Ich vergleiche Religionen gerne mit politischen Ideologien: Was dem Religiösen seine Bibel, sein Koran, seine Gita oder seine Edda ist, ist dem Ideologen sein Kommunistisches Manifest, sein Mein Kampf oder auch irgendein Parteiprogramm bzw. politische Schriften parteiideologischer Führer und Gelehrten. Im Grunde genommen gibt es nur marginale Unterschiede zwischen Religionen und politischen Ideologien, zumal sie alle einen Absolutheitsanspruch stellen und das Leben der Menschen organisieren wollen. Das heißt, die Menschen sollen sich gefälligst den Normen und Vorschriften unterordnen und dem Führungspersonal Folge leisten. Kritik ist nicht erwünscht.

Dabei ist es unerlässlich zu kritisieren. Gerade dann, wenn man Fehlentwicklungen erkennt bzw. zu erkennen glaubt. Auch Dogmen müssen in Frage gestellt werden dürfen. Denn dort wo keine Kritik erlaubt ist, herrscht eine Diktatur.

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Doch heutzutage wird Religionskritik (insbesondere wenn es sich um den Islam handelt) gerne als Phobie bezeichnet – als krankhafte Angst. Ist sie das? Mitnichten.

Wenn kleine Mädchen „sexualisiert“ werden, indem man sie in Hijabs, Niqabs und sogar Burkas steckt, ist das genauso falsch wie der institutionalisierte Missbrauch von Jungen durch katholische Geistliche. Das hat nichts mit einer Phobie zu tun. Hier geht es um grundlegende Menschen- und Persönlichkeitsrechte, die zumindest in den europäischen Ländern gewahrt werden sollten. Immerhin ist man ja angeblich so stolz darauf…

Die Religionsfreiheit ist wichtig, absolut, doch darf diese nicht zulasten persönlicher Freiheiten gehen. Politische Parteien werden ja auch verboten, wenn sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, also muss es auch eine ähnliche Regelung für Religionen bzw. Religionsgemeinschaften geben.

Klar, es gibt weder „den“ Islam noch „das“ Christentum, aber es gibt unterschiedliche Richtungen und Strömungen innerhalb dieser Religionen. Radikale Denominationen wie die Salafisten oder die Evangelikalen sind da durchaus Kandidaten, die man meiner Ansicht nach ins Visier nehmen sollte. Bei politischen Extremisten geht das ja auch ganz schnell, oder?

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Ein Kommentar

  1. Sehr guter Beitrag. Nietzsche schrieb Religionen sind kollektiver Wahnsinn und er sagte Gott ist tot. Religionen dienen dem vatikanischen Prinzip Teile und Herrsche, sie dienen als Herrschaftsmodell und zur totalen Verdummung. Fakten sind, das der Vatikan seit 1203 bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 60 Mio. Menschen umgebracht hat, das hat sicher nichts mit Christentum zu tun, oder hat Jesus die Inquisition durchgezogen. Vor zwei Jahren hat der Jesuitenpapst Franziskus, der sich als rechtlicher Nachfolger von Jesus sieht gesagt, wir sollten nicht uns an Jesus binden, er wäre nicht Gottes Sohn, er war nur ein Mensch. Jetzt wird diese Religion, die nie christlich war verraten um einer neuen Weltreligion zu weichen. Die Fiktion Jesus die das Gute im Menschen angesprochen hat, hat ihren Zweck erfüllt und wird nicht mehr gebraucht.

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