Ob in der Gastronomie, im Handel, in der Pflege oder auf dem Bau – trotz hoher Arbeitslosigkeit fehlt es in Österreich oft an Fachkräften.

Von Marco Maier

Auch in Österreich gibt es in vielen Berufen offenbar einen starken Mangel an Fachkräften. Und das, obwohl auf 71.000 offene Stellen rund 365.000 Arbeitslose kommen, wie die Statistiken zeigen. Betroffen sind demnach vor allem die Gastronomie bzw. der Tourismus, der Handel, der Pflegebereich und auch der Bau. Die Bundesregierung hat für das Jahr 2020 bereits eine Liste der Mangelberufe publiziert.

Die Gründe dafür sind vielseitig. So gibt es beispielsweise insbesondere im Westen im Tourismussektor einen Mangel an Köchen und Kellnern. Doch es ist schwierig, versiertes Personal nur für Saisonjobs zu finden – vor allem dann, wenn Bezahlung und Arbeitsklima nicht zusammenpassen. Kein Wunder, dass viele junge Menschen nach der Lehre dem Beruf den Rücken kehren und sich umorientieren.

Ein Schweißer beispielsweise verdient nach Kollektivvertrag 2.235 Euro im Monat brutto. Das sind 1.600 Euro netto. Ein Koch muss da schon in der Lohngruppe 1 sein und zwei Jahrzehnte Berufserfahrung haben, um auf das Lohnniveau zu kommen (sonst sind es um die 100 Euro netto weniger). Was bleibt da nach Abzug von Wohnkosten und ggf. eigenem Auto (welches oftmals gefordert wird) noch übrig?

Andererseits ist es auch nachvollziehbar, dass viele Unternehmen nicht viel mehr zahlen können. Aus 100 Euro netto mehr im Monat für den Arbeitnehmer werden Dank der Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber schnell mal 200 Euro an Zusatzkosten. Diese müssen erst einmal verdient werden, was jedoch das ohnehin schon hohe Preisniveau noch weiter in die Höhe treiben würde.

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Kein Wunder, dass man inzwischen versucht, Fachkräfte außerhalb der EU anzuwerben. Für einen Serben, Ukrainer oder Mazedonier ist das immer noch viel Geld. Vor allem dann, wenn man sich für ein paar Jahre in Massenquartieren unterbringen lässt und versucht, so viel Geld wie möglich zu sparen, während man einen Teil nach Hause zur Familie schickt.

Über kurz oder lang stellt sich jedoch die Frage, wie man gerade diese Berufe attraktiver machen kann. Als Maurer mag man zwar noch vergleichsweise gutes Geld verdienen können, doch wie lange geht das gesundheitlich gut? Arbeiten bis 67 oder gar noch länger ist da nicht mehr drin. Wie sähe eine Lösung des Problems aus?

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2 thoughts on “Österreich: Viele Mangelberufe trotz hoher Arbeitslosigkeit”

  1. Wer hat die Berufsberatung seit den 60er Jahren inne?
    Werden wohl noch die Zuständigen zu ermitteln sein.
    Der Zustand legt weiters die Überflüssigkeit der Gewerkschaften offen.
    Ansonsten bleibt noch die Frage nach dem Grips, Durchhaltevermögen, dem Verwöhnt-heitsgrad der Ausgebildeten.

  2. Natürlich fällt der BundesreGIERung der Grund des Mangels nicht ein. Schließlich sind das alles Schmarotzer, die von der arbeitenden Bevölkerung gemästet und bestochen werden müssen.
    z.B. über den Preis des Autos, weil die Manager des Herstellers Parteispenden an die Politiker bezahlen müssen, oder sonst in einen Skandal verwickelt werden.
    Also wegen der Unmengen von Wichtigen und Bestechlichen haben wir eine Steuerlast von über 50% zu tragen. Zu Zeiten der Monarchie waren es noch 8-10%. Das hindert die Mehrheit jedoch nicht regelmäßig FREIWILLIG in die nächste Wahlzelle zu laufen und noch mehr Verbote, Gesetze, Beamte und natürlich POlitiker zu fordern.

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