Indien hat erneut eine atomwaffenfähige ballistische Mittelstreckenrakte getestet. Inmitten des Kaschmir-Konflikts mit Pakistan erhöht dies die Spannungen. Ebenso wie der Vorschlag des „israelischen Modells“.

Von Redaktion

Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit kontroversen Kommentaren eines hochrangigen indischen Diplomaten, der in einer kürzlich im Fernsehen übertragenen Rede die Annahme des „israelischen Modells“ im indisch verwalteten Kaschmir gefordert hatte, hat Neu-Delhi dem Feuer durch einen weiteren erfolgreichen Teststart einer ballistische Mittelstreckenrakete, die Agni-III, am Samstag neuen Treibstoff zugefügt. Dies geschah nach einer Reihe früherer Nuke-fähiger Kurzstrecken-Raketentests in den letzten beiden Wochen.

Es war der erste Nachtversuch mit der atomwaffenfähigen Agni-III-Rakete, die von einer Insel vor der Ostküste Indiens in das Bengalenmeer abgefeuert wurde. Indische Verteidigungsquellen haben angekündigt, dass die nuklearfähige ballistische Rakete eine Reichweite von über 3.000 Kilometern besitzt und ihre Ziele in den letzten Tests erfolgreich getroffen hat.

Die Spannungen mit Pakistan sind während der monatelangen Kaschmir-Krise, die von der indischen Regierung ausgelöst wurde und die die Autonomie des Bundesstaates Jammu & Kashmir aufhob, immer noch extrem hoch.

Und diese Woche brach ein neuer diplomatischer Sturm aus, nachdem ein hochrangiger Diplomat Indien aufgefordert hatte, das „israelische Modell“ im umstrittenen Kaschmir in die Tat umzusetzen. Sandeep Chakravorty, Indiens Generalkonsul in New York, äußerte sich zu einer privaten Veranstaltung, die in einem stundenlangen, viralen Video festgehalten wurde.

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Über die anhaltenden Sicherheitsmaßnahmen in Jammu & Kaschmir sagte der leitende Diplomat: „Ich glaube, die Sicherheitslage wird sich verbessern, es wird den Flüchtlingen ermöglichen, zurückzukehren, und in ihrem Leben werden sie in der Lage sein, zurückzukehren … und sie werden Sicherheit zu finden können, weil wir bereits ein Modell auf der Welt haben.“

Er bezog sich auf das besetzte Westjordanland und die dortigen umstrittenen israelischen Taktiken mit dem Bau von Siedlungen sowie auf das palästinensische Ostjerusalem, das ebenfalls unter israelischer Verwaltung steht:

„Ich weiß nicht, warum wir dem nicht folgen. Es ist im Nahen Osten passiert. Wenn das israelische Volk das kann, können wir das auch“, sagte er und fügte hinzu, dass die derzeitige indische Führung „entschlossen“ sei um das zu tun.

Kaschmirische muslimische Aktivistengruppen verurteilten die Aussagen ebenso schnell wie hochrangige pakistanische Beamte.

Die Äußerungen trafen angesichts der religiösen Elemente im Spiel einen tiefen Nerv. Stark muslimische Länder wie Pakistan unterhalten keine diplomatischen Beziehungen zu Israel und haben wiederholt die expansiven Taktiken des jüdischen Staates im Westjordanland mit muslimischer Mehrheit sowie die militärischen Operationen im Gazastreifen verurteilt. Da stoßen solche Äußerungen auf entsprechende Reaktionen.

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