Die NATO habe einen „Artikel 5“ und keinen „Artikel F-35“, so die französische Verteidigungsministerin. Sie kritisiert die US-Politik in Sachen Waffenverkäufe.

Von Redaktion

Frankreichs Verteidigungsministerin hat die USA verurteilt, weil sie versucht haben, ihre NATO-Verbündeten dazu zu zwingen, amerikanische Waffen und Ausrüstung zu kaufen, nachdem Präsident Emmanuel Macron Washington für den „Hirntod“ des westlichen Militärblocks verantwortlich gemacht hatte.

In einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme der französischen Wochenzeitung Le Journal du Dimanche kritisierte Florence Parly erneut die Versuche der USA, den Kampfjet Lockheed-Martin F-35 – das fortschrittlichste und teuerste Flugzeug im amerikanischen Arsenal – bei ihren NATO-Partnern zu erzwingen.

Die Verteidigungsministerin sagte, dass die NATO-Charta Artikel 5 enthält – der die Mitgliedstaaten verpflichtet, sich gegenseitig zu verteidigen – und nicht „Artikel F-35“, nach dem die Mitglieder US-Militärprodukte kaufen müssten.

Eine Reihe von US-Partnern in der NATO, darunter Italien, Norwegen, die Niederlande und das Vereinigte Königreich, sind bereits im Besitz von F-35, während Washington den Verkauf der Kampfjets an Griechenland, Rumänien, Spanien und Polen erwägt.

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Die Türkei wurde jedoch aus dem F-35-Programm der NATO ausgeschlossen, nachdem sie sich dem Druck der USA widersetzt und S-400-Raketenabwehrsysteme von Washingtons Rivalen Russland gekauft hatte.

Die französische Ministerin kritisierte die Europäer weiterhin dafür, dass sie zu sehr auf die von den USA geführte NATO vertrauten. Der Militärblock könne die Souveränität der europäischen Staaten nicht garantieren.

„Europa verfügt heute noch nicht über die militärischen Mittel, um seiner wirtschaftlichen und politischen Macht gerecht zu werden. Die NATO wird niemals das Werkzeug unserer Souveränität sein. Es liegt an den Europäern, ihre eigene Souveränität aufzubauen. Es wird nicht mit einem Fingerschnipp passieren“, sagte sie der Zeitung.

Parly sagte, dass die NATO-Verbündeten nicht zwischen der NATO und Europa wählen sollten, sondern sich vielmehr ergänzen sollten. Die Ministerin hatte im März Washington dafür kritisiert, dass es NATO-Mitglieder dazu drängte, „amerikanisch zu kaufen“. Ihre neue Kritik folgte auf Macrons scharfe Rüge dessen, was er als das nachlassende Engagement der USA für die NATO ansieht.

Macron sagte, es gebe klare Anzeichen dafür, dass die USA unter Präsident Donald Trump „uns den Rücken kehren“ und dass die NATO den „Hirntod“ erleiden würde. Der Präsident hatte zuvor eine neue „strategische Beziehung“ zu Russland gefordert.

Macron hatte auch eine „echte europäische Armee“ gefordert und gesagt, Europa müsse sich „souveräner“ und ohne Abhängigkeit „nur von den Vereinigten Staaten“ verteidigen.

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One thought on “Frankreich verurteilt die USA, weil sie NATO-Verbündeten eigene Waffen aufzwingen”

  1. Die NATO ist ein Bündnis das vor allem dem Zweck dient den USA zu helfen.

    Besonders freut sich die US-Rüstungsindustrie, dass die blöden Europäer ihnen den ganzen Dreck finanzieren.

    Ausserdem dient die NATO nicht der Verteidigung, sondern der Eroberung von Ressourcen wie ÖL und Lithium…siehe Syrien, jetzt Bolivien, usw.

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