EU: Mehr Asylbewerber

Während in Deutschland die Zahl der Asylbewerber zurückgeht, steigt sie in der EU insgesamt an. Vor allem Frankreich und Spanien verzeichnen starke Zuwächse.

Von Michael Steiner

Deutschland trägt nach wie vor eine große Last bei den Asylanträgen in der Europäischen Union. Nach wie vor ist die Bundesrepublik das Hauptzielland für Asylbewerber, doch es gibt Verschiebungen. Dies zeigen aktuelle Zahlen, die von der europäischen Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht wurden.

Von den insgesamt 473.215 Erstanträgen auf Asyl, die in allen EU-Staaten von Januar bis Ende September 2019 registriert wurden, entfielen 111.015 auf Deutschland – das entspricht einem Anteil von 23 Prozent. Noch im Vorjahr hatte die Quote für Deutschland laut Eurostat bei 28 Prozent (von insgesamt 580.800 Asylbewerbern) gelegen, 2017 bei 31 Prozent.

Wie eine Auswertung der Eurostat-Daten für 2019 zeigt, stieg die Zahl der erstmaligen Asylbewerber EU-weit von Januar bis Ende September um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (von 435.610 auf 473.215). Das entspricht einer Trendwende: Bislang war die Zahl der Asylbewerber nach einem Höchststand von 1,2 Millionen im Jahr 2015 jedes Jahr gesunken, 2018 betrug der Rückgang noch 11 Prozent.

Zuwächse erleben in diesem Jahr vor allem Frankreich, das von Januar bis Ende September 18 Prozent aller EU-Asylbewerber (87.095) registrierte, und Spanien, dessen Anteil an allen Asylanträgen in diesem Zeitraum auf 17 Prozent (79.735) stieg. Hauptherkunftsländer der Asylbewerber waren laut EU-Statistikbehörde Syrien, Afghanistan und Venezuela.

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Für Deutschland liegen Eurostat-Zahlen sogar schon bis November vor: Danach beantragten hierzulande in den ersten elf Monaten 133.270 Menschen erstmals Asyl, ein Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Schon 2018 war ein Rückgang der Asylanträge in Deutschland um 16 Prozent registriert worden.

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Es ist wohl davon auszugehen, dass die Zahl der Asylbewerber im kommenden Jahr weiter steigen wird, zumal es an instabilen Ländern und Regionen nicht mangelt und Europa nach wie vor eine große Anziehungskraft auf die Menschen in den Konfliktgebieten und den ärmeren Ländern der Welt ausübt.

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