Auch mit Ecuador sollen künftig Handelsgeschäfte in Rubel statt in US-Dollar abgewickelt werden. Damit will man Sanktionen umgehen.

Von Redaktion

Moskau plant, mit Ecuador auf Abkommen in Rubel umzustellen, wie der russischen Zeitung „Izvestia“ von mehreren mit der Situation vertrauten Quellen mitgeteilt wurde. Sie stellten fest, dass Verhandlungen zwischen Diplomaten beider Länder, Regierungs- und Wirtschaftsvertretern im Gange waren. Eine der Optionen, die derzeit auf dem Tisch liegt, ist die Eröffnung einer Filiale einer staatlichen russischen Bank in Südamerika und deren Anbindung an das System zur Übertragung von Finanznachrichten (SPFS) dem Äquivaalent der Russischen Zentralbank zum SWIFT-System.

Ecuador, das keine eigene Landeswährung hat, verwendet den US-Dollar. Das Federal Reserve System der USA kontrolliert alle Dollartransaktionen. Daher zögern lokale Banken, Zahlungen an Russland zu leisten, da das Risiko einer Sanktion besteht, erklärte ein Izvestia-Gesprächspartner, der kurz vor den Verhandlungen steht.

Unterdessen teilte eine Quelle in einer der drei führenden staatlichen Banken der Zeitung unter der Bedingung der Anonymität mit, dass zwar ein Interesse an einer Ausweitung der Beziehungen zu Ecuador besteht, es jedoch noch keine endgültige Entscheidung über die Lockerung der Zahlungsregeln gibt.

Südamerika ist einer der vielversprechendsten Märkte für russische Exporte, zitiert das Papier Vyacheslav Ulasik, Berater des Nationalen Komitees für die Unterstützung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Ländern. Er erinnerte daran, dass keine von ihnen die antirussischen Sanktionen befürwortete, was bedeutet, dass diese Länder „ausgereift“ und bereit sind, eine unabhängige Wirtschaftspolitik zu betreiben. Russische Unternehmen sind an einer Intensivierung der Zusammenarbeit interessiert, und Banken dürften nachziehen, stellte er fest.

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Für Russland ist die Umstellung auf Abkommen in Rubel ein Image-Aufschwung, der auf die Förderung der Landeswährung abzielt, sagt Igor Nikolaev, Direktor des FBK Grant Thornton Strategic Analysis Institute. Russlands Wunsch, sich vom US-Dollar zu lösen, ist verständlich. Andererseits ist der Dollar ein bequemes und von allen anerkanntes universelles Zahlungsmittel. Durch die Umstellung auf Abkommen in Rubel mit anderen Ländern minimiert Russland seine Risiken, erschwert jedoch den Handelsprozess, betonte der Experte.

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