Warum drängt die SNP so sehr auf ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum für Schottland?

Von Redaktion

Am Dienstag hat Nicola Sturgeon das Manifest der Scottish National Party (SNP) in Glasgow ins Leben gerufen, mit der Zusage, dem Brexit zu entkommen und ein zweites Referendum über einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union abzuhalten.

„Diese Wahl ist wirklich wichtig. Die Menschen haben den Brexit und das Durcheinander in Westminster von ganzem Herzen satt“, schrieb die SNP-Chefin und erste schottische Ministerin in der Einleitung des Manifests. „Aber es ist kein Ende des Westminster Brexit-Chaos in Sicht. Eine Abstimmung für die SNP ist eine Abstimmung, um dem Brexit zu entkommen.“

Sie bezeichnete Boris Johnson auch als „gefährlich und amtsuntauglich“ und wies die Behauptung des Premierministers zurück, dass die Wahl der Konservativen den Brexit bis zum 31. Januar zum Abschluss bringen würde.

Die SNP drängt ebenfalls auf ein zweites Referendum. Das Wort „Referendum“ erscheint 21 Mal im Manifest und argumentiert, dass das Chaos über den Brexit dazu führte, dass Schottland nicht gegen seinen Willen aus der EU gezogen werden sollte, wenn das Vereinigte Königreich im Januar 2020 die EU verlässt.

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„Die Wahrheit ist, dass der Brexit die Politik in Westminster über Jahre hinweg dominieren und Schottland einen hohen Preis zahlen wird“, warnte Sturgeon.

Bei den letzten Parlamentswahlen 2017 verlor die SNP 21 von 56 Sitzen, was zum Teil auf die Unterstützung der Unabhängigkeit zurückzuführen war. Der Anteil der SNP-Wähler, die gegen die Unabhängigkeit waren, ging auf 17 Prozent zurück, verglichen mit 25 Prozent im Jahr 2015 – was bedeutet, dass viele Anti-Unabhängigkeitsreferendum-Wähler die Partei verlassen hatten.

Warum also jetzt so sehr auf ein anderes Unabhängigkeitsreferendum drängen?

Die SNP hofft, dass die Besorgnis über den Brexit in Schottland dazu führen könnte, dass mehr als 50 Sitze gewonnen und die wenigen Konservativen, Labour- und LibDem-Mitglieder beseitigt werden.

Die Partei behauptet, dass der Gewinn der meisten Sitze in Schottland eine „klare“ Botschaft darüber aussenden würde, dass im nächsten Jahr ein Unabhängigkeitsreferendum abgehalten werden muss.

Sie glauben auch, dass der Erfolg dieser Kampagne entscheiden könnte, ob Großbritannien die Europäische Union im Januar verlässt und vielleicht sogar das Überleben des Vereinigten Königreichs.

Klar ist, dass der politische und moralische Druck auf die künftige britische Regierung zunehmen wird, um ein neues Referendum zu ermöglichen. Eine Frage ist jedoch, ob das Land wirklich stark oder reich genug ist, um unabhängig zu sein?

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One thought on “Wird Schottlands Zukunft in schottischen Händen liegen?”

  1. Ich lebe jetzt seit 5 Jahren hier und Schottland wird, wenn überhaupt, nur symbolisch unabhängig sein.
    Nicola Sturgeon braucht den Geldtropf der EU, um auch nur annähernd Schottland am Laufen zu halten.
    Die Einnahmen aus dem Nordseeöl sind fast komplett weggebrochen und außer Tourismus
    und Landwirtschaft (und natürlich Whiskey) geht hier nicht viel.
    Und wenn diese Klima-Fanatiker so weiter machen wird es für die Rinder- und Schafzüchter auch bald eng.
    Die SNP unter Sturgeon wird sich also ganz dicht an die EU kuscheln (müssen), denn ohne die Steuergelder aus London werden hier sonst ganz schnell die Lichter ausgehen.

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