Die armenische Sankt Georgskirche (Surp Kework-Kirche) in Aleppo, Syrien. Bild: Wikimedia / Keworkmail CC BY-SA 3.0

In Nordsyrien leben immer noch rund 20.000 Armenier, die sich vor der türkischen Invasion fürchten. Wer kann sie schützen?

Ein Gastbeitrag von Ahmed Al-Khalid

Unmittelbar nach dem Start im Oktober dieses Jahres hat die türkische Operation „Friedensquelle“ in Nordsyrien allen Seiten des Syrienkonflikts, allen voran den USA, große Kopfschmerzen bereitet. Washington sah sich mit zwei sich gegenseitig ausschließenden Optionen konfrontiert: die Rettung der Beziehungen zu seinem NATO-Verbündeten Türkei oder die Einhaltung der Versprechen, die man den syrischen Kurden, einem wichtigen US-Partner in Syrien, gegeben hatte.

Dieselben Kurden wurden zum Endziel der von der Türkei eingeleiteten Operation, die die kurdisch dominierten syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) aufgrund ihrer mutmaßlichen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrorgruppe ansieht. Ankara zufolge sollte die Einrichtung einer sogenannten „sicheren Zone“ die Lage in der Region entlang der türkisch-syrischen Grenze stabilisieren.

Neben den Kurden gibt es im Grenzgebiet jedoch auch andere schutzbedürftige Minderheiten, die gute Gründe haben, sich vor der türkischen Offensive zu hüten. Die armenische Diaspora steht ganz oben auf der Liste.

In den nördlichen Provinzen Syriens leben rund 20.000 Armenier. Obwohl der Großteil der syrisch-armenischen Bevölkerung in der sicheren Stadt Aleppo konzentriert ist, verbleiben armenische Gemeinden in einer Reihe von Städten entlang der Grenze, darunter Tel Abyad, Hasaka, Qamischli und so weiter.

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Als die türkische Operation begann, waren einige dieser Gemeinden Zeugen bewaffneter Zusammenstöße und Beschießungen. In Tel Abyad, wo mehrere Stadtteile von türkischer Artillerie beschossen wurden, wurde die Situation so gefährlich, dass die örtlichen Diaspora-Führer beschlossen, die armenischen Familien zu evakuieren.

Von den USA unter Druck gesetzt, verweigerten kurdische bewaffnete Fraktionen, die Tel Abyad kontrollierten, die Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung, da sie die Gelegenheit verpassten, die syrisch-arabische Armee in die Stadt zu bringen, um die Offensive des türkischen Militärs und seiner Stellvertreter zu verhindern. Die einzige Hoffnung für die Sicherheit der syrischen Armenier beruht nun auf dem unwahrscheinlichen Abkommen zwischen der Türkei und Russland.

Laut Quellen, die über die Ergebnisse des Treffens zwischen Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin informiert waren, war die Sicherheit der syrischen Armenier eines der diskutierten Themen. Obwohl die türkische Seite es nicht eilig hat, offizielle Erklärungen abzugeben, wird dies durch eine Reihe indirekter, aber überzeugender Anzeichen bestätigt. Die erste davon war die Bereitschaft des türkischen Militärs, ein Treffen mit den Ältesten der armenischen Diaspora in Tel Abyad abzuhalten und den Beginn der Wiederherstellung der Kirche zu besprechen, die unter Beschuss gelitten hatte.

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