Syrische Christen in einer Kirche in Damaskus 2017. Bild: Wikimedia / Moußsa CC BY-SA 4.0

Ethnische und religiöse Minderheiten werden durch die sunnitischen Extremisten in Syrien bedroht. Vor allem Christen und Jesiden sind davon betroffen.

Ein Gastbeitrag von Ahmed Al-Khalid

Trotz des vom US-Präsidenten Donald Trump erklärten Sieges über den Terrorismus in Syrien können ethnische Minderheiten und verschiedene Religionsgemeinschaften der Gefahr der Verfolgung durch radikale Gruppen ausgesetzt sein. Experten zufolge könnte die Bevölkerung in Nordsyrien ein solches Szenario im Zusammenhang mit den Plänen der Türkei erwarten, eine sogenannte Sicherheitszone mit einer Tiefe von bis zu 30 km im Land zu errichten.

Laut der gemeinnützigen und unparteiischen Menschenrechts- und Advocacy-Organisation „In Defense of Christians“ gibt es in diesem Gebiet etwa 40.000 Christen. Dies ist ein Drittel ihrer Vorkriegsbevölkerung. Die meisten von ihnen wurden von den IS-Terroristen in den Jahren 2014-2016 Gewalttaten erleben und die meisten mussten aus diesem Grund ihre Häuser verlassen.

Berichten zufolge haben türkische Truppen am ersten Tag der Operation „Friedensquelle“ christliche Viertel der Stadt Qamischli und eine Kirche in der Stadt Al-Qahtaniyah beschossen. Darüber hinaus wurden eine Reihe von jesidischen und christlichen Sakralbauten zerstört und beschädigt.

Während eines Interviews mit dem amerikanischen CBN-Nachrichtensender schlug die Anwältin und Verfechterin der Religionsfreiheit, Lauren Homer, vor, dass von der Türkei unterstützte Militante eine Kampagne zur ethnischen Säuberung in den eroberten Gebieten starten könnten. Sie warnte auch davor, dass die Christen in Nordsyrien vom Aussterben oder Exil bedroht seien, „aufgrund wilder Angriffe des türkischen Präsidenten Erdogan“.

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Papst Franziskus äußerte sich auch besorgt über das Schicksal der syrischen Christen. Der katholischen Nachrichtenagentur zufolge sagte der Papst während einer Predigt: „Meine Gedanken gehen wieder in den Nahen Osten. Insbesondere an das geliebte und gequälte Syrien, aus dem erneut dramatische Nachrichten über das Schicksal der Menschen im Nordosten des Landes kommen.“

In der jüngeren Geschichte Syriens gibt es viele Beispiele für religiöse Säuberungen. Am auffälligsten ist der Massenexodus von Christen aus der Provinz Homs im Jahr 2012. Laut der vatikanischen Agentur „Agenzia Fides“ war die christliche Bevölkerung in Homs aufgrund der Verfolgung durch FSA-Kämpfer von 160.000 auf rund 1.000 gesunken.

Trotz der bitteren Erfahrung von sektiererischen Auseinandersetzungen gibt es jetzt positive Trends. Insbesondere die von internationalen Akteuren vorgeschlagenen Initiativen konnten die türkische Offensive stoppen und damit die Sicherheit in der Region gewährleisten. Dennoch müssen internationale Organisationen auf die Probleme der Minderheiten in Syrien achten, die jederzeit gefährdet sein könnten.

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