Der Zug aus China in Richtung Iran. Bild: PressTV

Wenn die Neue Seidenstraße eine „Falle“ ist, dann für China, nicht für die Empfängerländer. Eine kritische Analyse aus China.

Kritiker behaupten oft, dass China seine massive Belt and Road Initiative (BRI), auch „Neue Seidenstraße“ genannt, als eine Form der erzwungenen „Schuldenfalle-Diplomatie“ nutzt, um die Kontrolle über die Länder auszuüben, die sich seinem transnationalen Infrastrukturinvestitionsprogramm anschließen. Wie Deborah Brautigam von der John Hopkins University kürzlich feststellte, wird dieses Risiko von den Medien häufig übertrieben. Tatsächlich birgt die BRI möglicherweise ein anderes Risiko – für China selbst.

Auf dem jüngsten BRI-Gipfel in Peking schien der chinesische Präsident Xi Jinping die Kritik der Schuldenfalle anzuerkennen. In seiner Ansprache sagte Xi, dass „der Aufbau einer qualitativ hochwertigen, nachhaltigen, risikobeständigen, kostengünstigen und integrativen Infrastruktur die Länder dabei unterstützen wird, ihre Ressourcen voll auszuschöpfen.“

Dies ist ein ermutigendes Signal, da es zeigt, dass China sich der Auswirkungen von BRI auf die Verschuldung bewusster geworden ist. Eine Studie des Zentrums für Globale Entwicklung kam zu dem Schluss, dass acht der 63 am BRI teilnehmenden Länder einem „Schuldenproblem“ ausgesetzt sind.

John Maynard Keynes hat es in Erinnerung gerufen: „Wenn Sie Ihrer Bank hundert Pfund schulden, haben Sie ein Problem. Aber wenn Sie Ihrer Bank eine Million Pfund schulden, hat sie dieses.“ Im Kontext des BRI könnte sich herausstellen, dass China der Bankier ist, dem eine Million Pfund geschuldet werden.

Insbesondere China könnte dem „veralteten Schnäppchenmodell“ zum Opfer fallen, wonach ein ausländischer Investor die Verhandlungsmacht verliert, wenn er mehr in ein Gastland investiert. Infrastrukturprojekte wie die unter dem BRI sind ein klassisches Beispiel, weil sie sperrig sind, am Boden verankert sind und keinen wirtschaftlichen Wert haben, wenn sie unvollständig bleiben.

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