Kommt bald die Zeitungs-GEZ?

Die deutschen Verleger rufen nach Staatshilfen – und bekommen schon mal den kleinen Finger gereicht. Wie lange noch bis zur Zeitungs-GEZ?

Von Marco Maier

Fürs Erste wären den deutschen Tageszeitungsverlegern für die Distribution ihrer Zeitungen und Anzeigenblätter 645 Millionen Euro an Steuergeldern „genug“ gewesen. Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) wollte in einer kurzfristigen Aktion im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags schon 100 Millionen Euro locker machen. Schlussendlich wurden 40 Millionen Euro bewilligt.

Das ist zwar nicht wirklich viel, aber wie jeder weiß: Wenn der Fuß erst einmal in der Türe ist… Denn gerade die in den Umfragen und bei den Wahlen strauchelnde SPD mit ihrem Medienimperium (darunter die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, DDVG, zu der auch Anteile der Madsack Mediengruppe und damit das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ gehört) profitiert davon.

Angesichts dessen, dass die deutsche Medienlandschaft keine „Cash Cow“ mehr ist, sind staatliche Zuwendungen natürlich gerne gesehen. Eine wirkliche Unabhängigkeit der meisten Mainstreammedien ist zwar ohnehin nicht gegeben (und im Falle des SPD-Medienimperiums auch gar nicht wirklich vorstellbar), doch je stärker die Redaktionen von den staatlichen Zuwendungen abhängig sind, umso „regimefreundlicher“ wird die Berichterstattung ausfallen.

Die Union mag zwar nicht wirklich selbst über ein Medienimperium verfügen, hat jedoch dafür (siehe Merkel, Springer und Mohn) relativ gute Beziehungen zu den beiden Großverlagen Springer und Bertelsmann. Das sorgt zumindest für etwas Gleichgewicht.

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Wenn das Ganze jedoch so weitergeht, wie es zumeist üblich ist, werden aus den 40 Millionen Euro schnell einmal 100 Millionen, dann 500 Millionen und irgendwann auch einmal eine Milliarde Euro. Für die „Pressevielfalt“ (wobei dies nur bedeutet, mehrere unterschiedliche Produkte mit mehr oder weniger demselben Inhalt zu haben) wie man es postulieren wird, nicht jedoch für die Pressefreiheit. Denn die subventionierten Medien haben natürlich einen Vorteil gegenüber jenen Medien, die sich nicht auf das Füllhorn Berlins verlassen können (und auch gar nicht wollen).

Und wer weiß, vielleicht werden zu den (derzeit) 17,50 Euro im Monat für die GEZ dann auch mal zusätzlich 5 Euro für die Tageszeitungen und Anzeigenblätter fällig. Das wären dann wohl so rund 2,3 Milliarden Euro, die an die Verlage fließen könnten. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 vermeldete der Springer-Konzern einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro mit einem Gewinn von rund 650 Millionen Euro, die Madsack Mediengruppe wies 2017 einen Umsatz von rund 681 Millionen Euro mit einem Gewinn in Höhe von 91,4 Millionen Euro aus.

Die ursprünglichen Forderungen von 645 Millionen Euro für den Zeitungs- und Anzeigenblättervertrieb entsprechen also in etwa der Summe, die die SPD-nahe Madsack Mediengruppe alleine schon an Umsatz macht. Verstehen Sie jetzt, warum schon die 40 Millionen Euro, die inzwischen genehmigt wurden, eine doch enorme Summe sind?

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3 Kommentare

  1. Staatlich geförderte Zeitungen also.
    Willkommen im Kommunismus. Als ob es nicht reicht, dass wir für die Lügen der öffentlich rechtlichen zahlen müssen… nein, jetzt noch die Zeitungen

  2. Der Kommunismus besteht ja schon. Als „Presseförderung“, welche nur jene Blätter lukrieren, welche Parteilinie schreiben. Und natürlich unsere Besatzer, deren Weltbild uns aufGEZwungen werden muss.
    Doch 3/4 der Bevölkerung gefällt es, Kreuzchen malen zu dürfen. Die Demokratie ist die Diktatur der Dummen, die glauben, dass ein Wahlkreuz gut für sie sei.

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