CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erklärte Grüne und AfD zu den Hauptgegnern seiner Partei. Mit wem will er dann noch koalieren?

Von Michael Steiner

Die Union hat ein Problem: Für die absolute Mehrheit im Bundestag reicht es nicht und der Wunschkoalitionspartner FDP ist nicht stark genug, während man mit der SPD nicht mehr kann und will. Doch mit den anderen beiden (potentiellen) Koalitionspartnern scheint es sich CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak derzeit wohl verscherzen zu wollen.

Denn die Grünen und die AfD würden das Land spalten, während die Union Brücken in einer immer stärker polarisierten Gesellschaft zu bauen versuche. Ein Grund dafür, weshalb CDU und CSU als angeblich einzig verbliebene Volksparteien „noch nie so wichtig wie heute“ seien, wie er in einem Gastbeitrag für den „Focus“ schrieb.

Die Union habe „aus ganz unterschiedlichen Gründen“ Wähler an beide Parteien verloren. CDU und CSU müssten deshalb die Auseinandersetzung mit Grünen und AfD suchen „und aktiv um Deutschlands Zukunft ringen“, so der CDU-Generalsekretär weiter.

Er warf den Grünen vor, sie wollten den Menschen vorschreiben, wie sie zu leben haben. „Wer wie die Grünen den städtischen Lifestyle überall verordnen will, spielt Stadt und Land gegeneinander aus und gefährdet den Zusammenhalt“, sagte Ziemiak dem Nachrichtenmagazin. Der „moralische Absolutheitsanspruch“ der Grünen bei Themen wie Klima, Landwirtschaft oder Tierschutz sei „Ausdruck eines Dirigismus, der nicht zu unserem Konzept von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen passt“, so der CDU-Politiker weiter. Der AfD warf der CDU-Generalsekretär vor, Empörung zu befeuern, Konflikte zu schüren und sich als „Opfer der Eliten“ darzustellen.

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Seine Partei müsse deutlich aktiver werden und sich profilieren. „Als Volkspartei werden wir nur verbindende Kraft bleiben, wenn wir uns den drastischen Veränderungen in unserer Gesellschaft konsequent stellen. Heute gibt es andere Herausforderungen als vor 30 Jahren. Die Spannungsfelder sind Heimat und Globalisierung, Individualisierung und Zusammenhalt, Klimawandel und Strukturwandel, Fortschritt und Stagnation sowie Stadt und Land“, erklärte er. „Der Politik wird oft vorgeworfen, taub für echte Probleme und Sorgen zu sein. Wenn wir als Union geistige Meinungsführerschaft wollen, dann dürfen wir genau das nicht mehr zulassen. Wir müssen Bürgernähe in den sozialen Medien genauso können, wie im Bierzelt.“

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2 thoughts on “„Grüne und AfD sind unsere Hauptgegner“”

  1. Der Hauptgegner der CDU sind ihre eigenen Mitglieder, die die Führungsfunktionäre immer wieder wählen, die die Partei zielstrebig immer tiefer in Abgrund führen.

    Als weiteren Feind kann man die „konservativen“ Kreise ausmachen, die im kleinen Rahmen patriotische Sonntagsreden halten und sobald auch nur der Hauch eines Gegenwindes von der Nomenklatura kommt, umfallen und reumütig widerrufen.

  2. Der Grund warum die CDU so an Zuspruch verliert ist die Personalpolitik der Führung.
    Dieses spielt sich besonders bei den Personen die an Unfähigkeit kaum zu überbieten sind.
    Eine Ministerin AKK als Verteidigungsministerin ganz Europa lacht über diese Personalie.
    Ein CDU Generalsekretär Zimniak ,der noch nie einen Handschlag gemacht hat.
    Da ich selbst aus Iserlohn komme kenne ich das Schul/Studienbild von Herrn Zimniak,
    immer nur ein Anfang und sonst…………..nichts

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