Die Deutschen müssten mit dem Holocaust anders umgehen, so Umweltaktivist Roger Hallam. In der Geschichte habe es bereits viele Genozide gegeben.

Von Michael Steiner

Außerhalb Deutschlands hat man teilweise eine andere Sichtweise auf die Geschichte und kann diese auch äußern, ohne sich deswegen um Ruf, Arbeitsplatz oder sogar Freiheit sorgen zu müssen. Dies trifft auch auf den britischen Umweltaktivisten Roger Hallam zu, der ein Mitbegründer der Klimasekte „Extinction Rebellion“ (siehe dazu auch hier) ist.

Er sagte gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass er die deutsche Haltung zum Holocaust für schädlich halte. „Das Ausmaß dieses Traumas kann lähmen“, was verhindere, dass man daraus lerne.

Man muss ja nur einmal sehen, wie beispielsweise die früheren Kolonialmächte mit ihren Genoziden in der Geschichte umgehen, oder die USA mit der faktischen Ausrottung der Indianer.

Tatsache ist, dass in unserer Geschichte Millionen von Menschen unter schlimmen Umständen regelmäßig umgebracht worden sind“, so Hallam. Als Beispiel nannte er den Völkermord im Kongo: „Die Belgier sind im späten 19. Jahrhundert in den Kongo und haben ihn dezimiert.“

Loading...

1943: Winston Churchill ließ in der künstlichen Hungersnot in Bengalen 3 Millionen Inder verhunger

Genozide habe es in den vergangenen fünfhundert Jahren immer wieder gegeben. „Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist fast ein normales Ereignis.“ Auch der Holocaust sei für ihn „just another fuckery in human history“, so Hallam – „nur ein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte“.

Und man kann davon ausgehen, dass dies mit Sicherheit nicht der letzte Völkermord in der Menschheitsgeschichte sein wird. Gerade jetzt mit der immensen Weltbevölkerung und vor allem dem rapiden Bevölkerungswachstum in Afrika – wo die Ressourcen immer knapper werden – dürften solche großen Massaker noch öfters auftreten.

Nicht zu vergessen die „modernen Ethnozide“ durch den Bevölkerungsaustausch, wie es beispielsweise (siehe auch hier) in Europa stattfindet. Während die Europäer sich inzwischen für den Schutz indigener Völker (z.B. die Kurden, die Tibetaner usw.) in anderen Teilen der Welt einsetzen, sehen sie tatenlos zu, wie sich die ethnische Struktur in den eigenen Ländern durch massive Zuwanderung sukzessive verändert.

Vielleicht sollten auch die Deutschen anerkennen, dass sie auch nur Menschen sind, die – wie andere Völker in der Geschichte auch – grauenvolle Taten begingen. Doch anstatt sich auf Ewigkeit in Schuld und Sühne zu begeben, wäre es vielleicht sinnvoller, sich auf eine bessere Zukunft zu konzentrieren und für eine bessere Welt zu kämpfen.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.