Europa unterstützt die US-Rüstungsindustrie

Die Europäer stecken mehr Geld in die Rüstung. Doch das fließt vor allem an die US-Rüstungsindustrie, wie eine Studie zeigt.

Von Marco Maier

Die US-Forderungen nach höheren Rüstungsausgaben wurden in Europa erhört. Viele europäische NATO-Staaten geben immer mehr Geld für ihr Militär aus, um so da Zwei-Prozent-Ziel der NATO zu erreichen. Auch Deutschland gehört dazu.

Wie eine gestern veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft Alix Partners verdeutlicht, gibt es einen großen Profiteur der wachsenden Militärausgaben der Europäer: die US-Rüstungsindustrie.

„Die Europäer kauften in der Tendenz mehr im außereuropäischen Ausland ein als bei ihren eigenen Partnerländern“, sagte Alix-Partners-Rüstungsexperte Stefan Ohl der „Welt am Sonntag“. In den Jahren 2014 bis 2018 stieg dieser Anteil auf 58 Prozent. „Entweder sind die europäischen Produkte zu teuer – oder aber dies ist ein Zeichen für ein mangelndes Vertrauen in die eigene Rüstungsindustrie“, sagte der Experte. Weltweit dominieren US-Rüstungskonzerne mit inzwischen 36 Prozent Anteil die Gesamtbranche.

Demnach beliefen sich die Militärbudgets der europäischen Länder ohne Russland im Jahr 2018 auf zusammen rund 256 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Zum Vergleich: Russland (welches in den Jahren 2017 und 2018 die Ausgaben deutlich senkte) gab im letzten Jahr insgesamt umgerechnet rund 56 Milliarden Euro für sein Militär aus, die USA hingegen rund 556 Milliarden Euro.

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Das heißt: Neben den 556 Milliarden Euro der US-Regierung (die ohnehin kaum im Ausland zukauft) hat die US-Rüstungsindustrie auch noch rund 148 Milliarden Euro von den europäischen Regierungen erhalten – plus Unsummen aus dem Rest der Welt.

Die NATO entpuppt sich als Geld-Umverteilungsmittel für die US-Rüstungsindustrie, die vom transatlantischen Militärbündnis stark profitiert. Kein Wunder, dass der ganze Militärisch-industrielle Komplex der USA an der „transatlantischen Partnerschaft“ festhält. Hier geht es immerhin jährlich um zig Milliarden Euro (bzw. Dollar), die an die Kriegsindustrie und deren Aktionäre umverteilt werden müssen…

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