Die Schaffung eines unabhängigen und souveränen Staates Kurdistan ist ein Thema mit einer langen Geschichte und unterschiedlichen Visionen, wie dies verwirklicht werden kann.

Das Gebiet, das derzeit von der kompakten kurdischen Bevölkerung eingenommen wird, ist rund 500.000 Quadratkilometer groß. Sie leben an der Kreuzung von Irak, Türkei, Syrien und Iran und in einer Reihe von Nachbarländern, die Diaspora an anderen Orten nicht mitgerechnet. Die Größe der kurdischen Bevölkerung im Iran beträgt ungefähr 8,1 Millionen (10 Prozent der Bevölkerung), 5,5 Millionen im Irak (17 Prozent), 1,7 Millionen in Syrien (9,7 Prozent) und 14,7 Millionen in der Türkei (18 Prozent).

In der Vergangenheit hatten die Kurden einen Protostaat, weshalb derzeit viel darüber spekuliert wird, dass die Kurden Souveränität erlangen müssen.

Vom Ende des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich die Provinz Ardalan in Ostkurdistan, und zu verschiedenen Zeiten gab es in Diyarbakir auch eigenständige Provinzen, die von kurdischen Dynastien regiert wurden, Mardin, Arran, Ani, Dinaver, Shahrizor und Lorestan. In der Konfrontation zwischen dem Osmanischen Reich und Persien dienten die kurdischen Provinzen als Außenposten der beiden Staaten, zwangen verschiedene kurdische Stämme, der einen oder anderen Macht treu zu bleiben und trugen so zu einem möglichen Konflikt zwischen den Kurden in der Zukunft bei.

Nach dem Sykes-Picot-Abkommen wurden die Kurden auch in Einflussbereiche aufgeteilt und mit der Unabhängigkeit der regionalen Länder erneut als Staatsbürger verschiedener Staaten einbezogen. Zwei Versuche, im 20. Jahrhundert einen eigenen Staat zu schaffen, waren zum Scheitern verurteilt. In den 1920er Jahren bestand die selbsternannte kurdische Republik Ararat im türkischen Kurdistan nur drei Jahre, während die Republik Mahabad im Iran, die 1946 für unabhängig erklärt wurde, weniger als ein Jahr bestand.

Externe Akteure haben die Kurden für ihre eigenen Zwecke eingesetzt. Während Israel die Kurden wegen seines chronischen Minderwertigkeitskomplexes (Ausdruck von Ben Gurion) unterstützte, weil es von arabischen Ländern umgeben war (derselbe Grund führte zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Schah-Regime im Iran bis 1979), hatten die USA andere Erwartungen und pragmatische Strategien. Das irakische Kurdistan beispielsweise wurde in den 1990er und 2000er Jahren zum Stützpunkt für Operationen gegen Saddam Hussein. Dann setzten die USA Stützpunkte in den Städten Erbil, Kirkuk und Mosul ein und nutzten diese nach dem Auftreten des IS für den „Kampf gegen den Terrorismus“, um seine Anwesenheit zu rechtfertigen. Dies hing jedoch ausschließlich mit seiner militärischen Präsenz zusammen.

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One thought on “Die Frage eines Kurdenstaates”

  1. „Die Schaffung eines unabhängigen und souveränen Staates Kurdistan“

    Was den einen erlaubt, wird anderen dann wohl nicht so einfach mehr verwehrt werden.
    Mit anderen Worten und simpel ausgedrückt:
    ein Problem gelöst; dadurch neue Probleme erschaffen.
    Alle NWO Lakaien werden sich davor hüten.

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