Die politische Führung Taiwans spielt mit dem Gedanken der staatlichen Unabhängigkeit und der offiziellen Trennung von China. In Peking stößt dies auf Ablehnung.

Von Redaktion

China hat Taiwan gewarnt, dass die selbstverwaltete Insel vor einer „Katastrophe“ steht, nachdem der „running mate“ des amtierenden Präsident Tsai Ing-wen bei den anstehenden Wahlen angekündigt hatte, er arbeite für die Unabhängigkeit Taiwans. Dies ist eine rote Linie für die chinesische Regierung.

Am Wochenende wählte Tsai den ehemaligen taiwanesischen Ministerpräsidenten William Lai als ihren Vizepräsidenten-Kandidaten für die Wahlen, die im Januar stattfinden sollen, in der Hoffnung, dass ihre Demokratische Fortschrittspartei (DPP), die für die formelle Unabhängigkeit eintrifft, als Sieger hervorgehen würde.

Lai sagte am Montag, dass er ein „realistischer Arbeiter für die Unabhängigkeit Taiwans“ sei und merkte an, dass Taiwan bereits eine souveräne „Nation“ sei, die Republik China mit ihrem offiziellen Namen. Und dieses Land sei nicht an das chinesische Festland „gebunden“.

Die Äußerungen von Lai, die von Peking als äußerst provokativ eingestuft wurden, spiegeln die Äußerungen wider, die er im April letzten Jahres vor dem Parlament gemacht hatte, als er ein „taiwanesischer Unabhängigkeitsarbeiter“ war und seine Meinung äußerte, Taiwan sei ein souveränes, unabhängiges Land.

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Seine früheren Äußerungen veranlassten Pekings Zorn bis zu dem Punkt, dass die Global Times, die Volkszeitung der Kommunistischen Partei Chinas, zu der Zeit sagte, dass Peking einen internationalen Haftbefehl gegen Lai erlassen müsse, um der Strafverfolgung nach Chinas Anti-Sezession-Gesetz von 2005 ausgesetzt zu sein. Tsai selbst hat zuvor auch von Unabhängigkeit gesprochen.

Auf die Äußerungen antwortete das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten am Donnerstag, dass beide Seiten der Taiwanstraße zu einem China gehörten und dass die „Wiedervereinigung“ Taiwans mit China nichts sei, was irgendeine Kraft aufhalten könnte.

„Die Unabhängigkeit Taiwans ist eine Sackgasse und wird Taiwan nur zu einer Katastrophe führen. Sie wird sicherlich von allen Chinesen, einschließlich der Landsleute Taiwans, abgelehnt werden“, hieß es.

Am Dienstag und nachdem Tsai ihre Kandidatur offiziell angemeldet hatte, sagte sie, dass die Republik China, wie sie zuvor behauptet hatte, bereits eine souveräne, unabhängige Nation sei.

Ihre Hauptgegnerin, Han Kuo-yu von der China-freundlichen Partei Kuomintang of China, hat die formale Unabhängigkeit als „schlimmer als die Syphilis“ verurteilt.

Taiwan ist seit dem Ende eines Bürgerkriegs im Jahr 1949 autonom. Fast alle Länder der Welt erkennen die chinesische Souveränität über die Insel im Rahmen einer Politik an, die als „Ein China“ bekannt ist.

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One thought on “China: Taiwan wirbt mit Kommentaren zur Unabhängigkeit um „Katastrophe“”

  1. Die Festlandchinesen unterliegen in der Taiwanfrage einem falschen Traum, denn die Inselchinesen unterscheiden sich grundsätzlich und zwar von Anfang an von den ehemaligen Rotgardisten und ist durchaus vergleichbar mit der deutschen Situation vor der Wiedervereinigung, denn Peking kann nicht viel bieten außer dem unbeirrbaren Glauben an die Einheit, der im Kern völlig unrealistisch ist und Hongkong beweist ja wie sie ticken und deshalb gibt es nur zwei Möglichkeiten, man nähert sich an durch Gemeinsamkeiten oder es bleibt bei der Trennung, einen Zusammenschluß durch Gewalt wäre nicht zielführend, das könnte zum Supergau führen und würde niemand nützen.

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