Der Kommandeur der syrischen SDF will nach Deutschland und in die USA reisen. Die Türkei fordert die Verhaftung und Auslieferung an.

Von Redaktion

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, den Oberbefehlshaber der kurdisch geführten sogenannten syrischen demokratischen Streitkräfte (SDF) zu verhaften und auszuliefern. Diese Bitte kam wenige Wochen nachdem türkische Truppen und ihre verbündeten Militanten einen grenzüberschreitenden Angriff gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Nordsyrien gestartet hatten, die das Rückgrat der SDF bilden.

„Wir haben nach der Verhaftung und Auslieferung des sogenannten Kommandeurs der YPG, Ferhat Abdi Sahin (besser bekannt unter seinem Kriegernamen Mazloum Kobani Abdi), von relevanten Staaten in unser Land gebeten, nachdem Medien berichteten, er würde in die Vereinigten Staaten und nach Deutschland reisen“, so Cavusoglu am Montag in Ankara.

Bereits am 28. Oktober sagte der türkische Innenminister Suleyman Soylu, Sahin könne mit dem ermordeten Anführer der Terroristengruppe Daesh, Abu Bakr al-Baghdadi, gleichgesetzt werden. „Er ist ein Mörder, und rechtsstaatliche Staaten sollten nicht mit ihm kommunizieren“, so Soylu.

Am 24. Oktober forderte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die USA in einer scharfen Zurechtweisung von Washingtons Forderung nach Verhandlungen mit den syrischen Kurden auf, den Befehlshaber der YPG-Truppen in Syrien abzugeben. Erdogan sagte im Gespräch mit dem staatlichen Fernsehsender TRT, er habe den türkischen Justizminister Abdulhamit Gül angewiesen, die „notwendigen Schritte“ für die Auslieferung von Abdi zu unternehmen. „Mit den USA haben wir ein Auslieferungsabkommen. Die USA sollten uns diesen Mann geben“, sagte er.

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Der Aufruf zur Auslieferung von Abdi kam, nachdem US-Präsident Donald Trump in einem Brief an Erdogan am 9. Oktober erklärte, der kurdische Kommandeur sei „bereit, mit dem türkischen Präsidenten zu verhandeln“ und „Zugeständnisse zu machen, die sie in der Vergangenheit niemals gemacht hätten“.

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