Evo Morales bezeichnet die aktuelle Situation als Putsch und tritt zurück. Bolivien bekommt nun wohl einen konservativen Präsidenten.

Von Redaktion

Der bolivianische Präsident Evo Morales gab am Sonntag den Rücktritt von seinem Amt bekannt. Auch seine Regierung tritt zurück. „Wir treten zurück, damit unsere Brüder und Schwestern, Beamte, keinen Angriffen und Drohungen ausgesetzt sind“, sagte er in einem Appell, der in sozialen Netzwerken ausgestrahlt wurde.

Morales nannte die aktuelle Situation einen Staatsstreich. „Brüder und Schwestern, ich möchte Euch sagen, dass unser Kampf nicht endet, wir werden weiterhin für Gleichheit und Frieden kämpfen“, erklärte er. „Jetzt ist es meine Aufgabe als Präsident, einen Weg zu finden, um die Situation zu beruhigen“, sagte Morales.

Zuvor forderten die Streitkräfte Boliviens den Präsidenten auf, zurückzutreten. Die Opposition und die Gewerkschaften legten denselben Appell ein.

Die Präsidentschaftswahlen fanden am 20. Oktober in Bolivien statt. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts hat das amtierende Staatsoberhaupt Morales die Wahlen gewonnen. Sein Hauptkonkurrent, Ex-Präsident Carlos Mesa, sagte, er würde Morales Sieg in der ersten Runde nicht anerkennen. Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Wahl in Bolivien begannen Proteste und Streiks. Morales verhängte den Ausnahmezustand und beschuldigte die Opposition, einen Putsch zu organisieren.

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Am Sonntag veröffentlichte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) einen Bericht, in dem sie feststellte, dass ihre Experten, die an der Überprüfung der Ergebnisse der Stimmenzählung beteiligt waren, diese Ergebnisse nicht bestätigen konnten, und forderte eine zweite Abstimmung. Danach kündigte Morales die Vorbereitung von Neuwahlen und Änderungen in der Zusammensetzung des Obersten Wahlgerichts an.

Morales gilt als Feindbild Washingtons, da er sich immer wieder mit den Amerikanern anlegte. Diese sehen Lateinamerika als ihren Hinterhof an und haben in der Vergangenheit immer wieder linksgerichtete Regierungen gestürzt bzw. zu stürzen versucht.

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4 thoughts on “Bolivien: Präsident Morales gibt auf”

  1. Bundesregierung legitimiert Putsch in Bolivien gegen demokratisch gewählten Präsidenten Evo Morales

    https://deutsch.rt.com/inland/94515-bundesregierung-legitimiert-putsch-in-bolivien-evo-morales/

    Am 10. November hat der Oberbefehlshaber der bolivianischen Streitkräfte Williams Kaliman den demokratisch gewählten Präsidenten Evo Morales zum Rücktritt aufgefordert. RT wollte von der Bundesregierung wissen, wie die Intervention des Militärs bewertet wird. Die Antwort erstaunt.

    Auf die Frage von RT-Redakteur Florian Warweg, wie die Bundesregierung die Intervention des Militärs gegen den gewählten Präsidenten Boliviens bewertet, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert, dass er den (wohlgemerkt vom Militär erzwungenen) Rücktritt des bolivianischen Präsidenten „als wichtigen Schritt“ begrüße. Die Bezeichnung des Vorgangs als „Putsch“ nannte er „eine interessante Wertung von Russia Today“. Zahlreiche Regierungen Lateinamerikas und auch die Linksfraktion im Bundestag sowie der Vorsitzende der Labour-Partei in Großbritannien Jeremy Corbyn bezeichneten das Vorgehen des Militärs einhellig als Putsch….ALLES LESEN !!

  2. Da ist mir doch gerade eines der größten Verbrechen von Morales zu Ohren gekommen!

    Der wollte doch tatsächlich das Lithium nicht bloß ausbuddeln lassen und an die entsprechenden Korporationen abliefern – der wollte eine eigene Industrie aufbauen, die den Rohstoff verarbeitet und auch Batterien herstellen würde.

    Wo kämen wir denn hin, wenn Kolonien anfangen, ihre (gemeint: UNSERE) Rohstoffe selbst zu verarbeiten und den Profit für die eigene Bevölkerung zu nutzen.

    DAS GEHT GAR NICHT! Kolonie ist Kolonie und fertig. Das haben sie nun davon…

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