Eigentlich gilt die Balkanroute als „geschlossen“. Doch offenbar stimmt das nicht wirklich. Die Migration nimmt erneut zu.

Von Michael Steiner

Offenbar ist die Balkanroute doch nicht so dicht wie es von offizieller Stelle immer wieder behauptet wurde. So nimmt laut einer internen Einschätzung des Bundesinnenministeriums die illegale Migration über die Türkei, Griechenland und den Balkan wieder zu. Demnach bewegen sich alle „migrationsrelevanten Indikatoren“ wie illegale Grenzübertritte und Asylanträge „in allen Staaten der Balkanregion derzeit auf einem nochmals höherem Niveau als in den Vergleichszeiträumen 2017 und 2018“, so die „Welt am Sonntag“.

Aktuell halten sich demnach geschätzt 12.000 Migranten in der Balkanregion auf, alleine rund 7.000 in Bosnien und Herzegowina. Wegen der „Verschlechterung der Wetterlage in den kommenden Monaten“ sei mit „einer Verschärfung der Unterbringungssituation und Flüchtlingslage in Bosnien und Herzegowina zu rechnen“. Seit Jahresbeginn wurden schon mehr als 25.000 Migranten in dem kleinen Staat festgestellt. 18.000 davon sind in andere europäische Staaten weiterzogen.

Laut der Bundespolizei bewegen sich die illegalen Migranten über ein „weit verzweigtes Netz von Routen durch die Staaten der Balkanregion“. Ihr Ziel: Mittel- und Westeuropa. Über die sogenannte Wespentaille Kroatiens erfolge die Migration hauptsächlich in Richtung Italien und von dort aus in die weiteren Zielländer wie Deutschland.

Laut eines internen Berichts der EU-Kommission, der „Welt am Sonntag“ nach eigenen Angaben vorliegt, „steigen die Ankünfte in Griechenland weiter an“. Mit 57.182 Migranten seien bisher im laufenden Jahr 37 Prozent mehr als im Vorjahr auf dem Land- und Seeweg eingereist. 28.952 seien in diesem Jahr von den Inseln auf das Festland gebracht worden, dennoch befänden sich mit 35.630 aktuell mehr Migranten in den Lagern auf den Inseln als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der EU-Türkei-Erklärung vom Frühjahr 2016.

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