Subventioniert der Staat Lohndumping durch Hartz-IV-Aufstockung? Die Linke übt massive Kritik.

Von Redaktion

Löhne von arbeitenden Hartz-IV-Empfängern sind im vergangenen Jahr um fast zehn Milliarden Euro aufgestockt worden. Das geht aus neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann ausgewertet wurden und über welche die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

Zwischen 2007 und 2018 seien damit mehr als 117 Milliarden Euro für das Aufstocken niedriger Löhne ausgegeben worden. Arbeitnehmer haben dann Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen, wenn ihr Einkommen zu niedrig ist, um ihren Lebensunterhalt und den möglicher weiterer Bedürftiger im Haushalt zu bestreiten. Den Zahlen zufolge gab es im vergangenen Jahr durchschnittlich 944.197 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Erwerbstätigen, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen waren. Ihr durchschnittlicher Zahlungsanspruch habe sich 2018 auf monatlich 861 Euro belaufen.

Milliardenbeträge aus Steuermitteln würden aufgewendet, um nicht existenzsichernde Arbeit aufzustocken, sagte Zimmermann den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. „Die Gesellschaft subventioniert so seit vielen Jahren Arbeitgeber, die Niedriglöhne zahlen oder ihren Beschäftigten nur Arbeitsverhältnisse in Teilzeit oder Minijobs anbieten, obwohl viele gerne länger arbeiten würden. Das ist eine verdeckte Subventionierung von Lohndumping, mit der die Bundesregierung prekäre Beschäftigung voran treibt und zementiert“, so die Linken-Politikerin weiter.

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2 thoughts on “Aufstocken: Mit Hartz IV Lohndumping unterstützen?”

  1. Die sogenannten „Aufstocker“ sind nur eine Seite dieses abgekarteten, perversen Spiels.

    Ähnlich umfassend sind die sogenannten „Eingliederungshilfen“, die auch andere Namen tragen können. Hier bekommt der Arbeitgeber, meist über drei Jahre, gestaffelte direkt Lohnbeträge. Im Regelfall findet der Arbeitgeber genau zum Ende dieser drei Jahre einen „anerkannten“ Grund um eine Kündigung auszusprechen. Die Jobcenter liefern dann sofort den nächsten Arbeitslosen und das Spiel beginnt wieder von vorn.

    Ein weiteres Feld sind natürlich die Praktika, die immer noch durch Winkelzüge weitestgehend kostenfrei für den Arbeitgeber stattfinden.

    Das rotgrüne Schröderregime hatte die rechtlichen Grundlagen geschaffen, die von den Nachfolgeregierungen weiter perfektioniert wurden.

    Darüber sollten sich alle im Klaren sein, hier fließen Steuergelder direkt oder indirekt an die Unternehmen, getarnt als Sozialleistungen für Arbeitslose und Jobsuchende. Die Politiker und die MSM tun dann so, als ob diese immensen Summen, die die Sozialausgaben immer weiter steigen lassen, eine Wohltat für die Arbeitslosen seien.

    Letztendlich bleiben diese benutzten Arbeitslosen/Arbeitnehmer arm und steuern direkt in die Altersarmut.

  2. Genau so ist! Meinem Bruder ist das auch so ergangen. Als er in dem „subventionierten“ Job tätig war, war seine Leistung top, immer wieder bestätigt. Und als die Subvention auslief….sie werden es erahnen….Ende. Und dann begann in der Tat das Spiel bei einem anderem, subventionierten Job von vorne. Mit 50 Jahren hat er seinem Leben ein Ende gesetzt. Ich selbst war einge Jahre in der Erwachsenbildung tätig, habe mit Beziehern von ALG-II gearbeitet. Da bekommt man einiges mit. Es gibt ganze Zweige, die darauf bauen. Und die Job-Center machen das Spiel mit. Unterm Strich ist das bezüglich der Unternehmen sogar Wettbewerbsverzerrung. So ist das.

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