Wie realistisch sind die französischen Ambitionen im Indopazifik?

Präsident Macron hat große geopolitische Ambitionen im indopazifischen Raum. Freundliche Gesten nach Moskau sollen außenpolitisch mehr Raum im Fernen Osten schaffen. Indien, Australien und Japan liegen im Fokus von Paris.

Am 9. September 2019 fand in Moskau der erste russisch-französische Rat für Sicherheitskooperation seit 2012 statt, der den bilateralen Dialog wieder aufnahm, allerdings in einem anderen „2 + 2“-Format zwischen dem französischen und dem russischen Außen- und Verteidigungsminister. Die Gespräche waren ein neuer Schritt innerhalb einer Reihe weiterer wichtiger Initiativen und Treffen, die in diesem Jahr stattfanden und zweifellos auf ein gewisses Maß an Erwärmung in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern hinweisen. Zum Beispiel trafen sich die beiden Präsidenten Ende August vor dem G7-Gipfel in Frankreich, wo Emmanuel Macron vorschlug, Russland wieder in diesen „exklusiven Club“ aufzunehmen, und die französisch-russische Geschäftswelt traf sich im Februar in St. Petersburg.

Seit Jahrhunderten spielen die russisch-französischen Beziehungen für beide Länder eine äußerst wichtige Rolle, mit einem breiten Spektrum sich überschneidender Anliegen: politische und strategische Interessen, wirtschaftliche Interessen, Kultur, und natürlich bestehen zwischenmenschliche Beziehungen. Der heutige erneute Dialog zwischen Moskau und Paris lässt hoffen, dass ihre Bemühungen schrittweise kombiniert werden könnten, um die Schlüsselprobleme in Europa und der Weltpolitik zu überwinden, die die bilateralen Beziehungen zwischen Frankreich und Russland vereiteln, insbesondere wenn man bedenkt, dass das politische Schwergewicht Angela Merkel bald in den politischen Ruhestand gehen wird bald. Der erneute Dialog mit Russland steht jedoch nicht im Mittelpunkt dieses Artikels, obwohl er eine äußerst wichtige Entwicklung darstellt und eine Analyse verdient.

In diesem Artikel wird die umfassendere Rolle Frankreichs auf internationaler Ebene unter der Führung des jungen und ehrgeizigen Präsidenten des Landes, Emmanuel Macron, beleuchtet. Viele Forscher sehen darin einen Politiker, der in seinem eigenen Land keine große Unterstützung genießt (gemessen an seinen sinkenden Bewertungen), aber sie sehen Macron als ein klassisches Beispiel für einen globalistischen Politiker, der in vielen verschiedenen Bereichen der Weltpolitik eine sehr aktive Rolle spielt. Macron hat sich dafür ausgesprochen, ein Fahrzeug in Europa mit „vielen verschiedenen Gängen“ zu schaffen, um voranzukommen, die EU-Institutionen neu zu organisieren und zu stärken.

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Er forderte die Schaffung eines strategisch autonomen Europas in Bezug auf die Verteidigung und forderte kürzlich, die Idee einer europäischen Armee wieder auf den Tisch zu bringen, was in den USA für Aufsehen gesorgt hat, wo Macron bei mehreren Treffen mit Donald Trump ein gutes Maß an Trotz gezeigt hat. Emmanuel Macron ist die Spannungen am Persischen Golf proaktiv angegangen. Er hat sich für Boris Johnsons Vorschlag ausgesprochen, eine von Europa geführte Seestreitmacht zur Gewährleistung der Sicherheit der Region einzusetzen, und Saudi-Arabien angeboten, bei der Untersuchung der Drohnenangriffe, die am 14. September stattfanden, behilflich zu sein. Man könnte sagen, der französische Präsident ist fast immer einer der Ersten in der Weltpolitik.

Es muss jedoch nicht nur den Maßnahmen, die Paris am Golf ergriffen hat, und der Rolle, die Frankreich dort spielt, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, sondern auch der umfassenderen Rolle, die Frankreich im indopazifischen Raum spielt, die nach Ansicht der französischen politischen Entscheidungsträger aus vielen Gründen für die Interessen des Landes immer zentraler wird. Es ist kein Zufall, dass Paris in den letzten Jahren wichtige Dokumente veröffentlicht hat, darunter die französische „Strategische Überprüfung der Verteidigung und der nationalen Sicherheit 2017“ und „Frankreich und die Sicherheit im Indopazifik 2018“.

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