Trump und Erdogan. Bild: US-Botschaft in der Türkei.

Präsident Erdogan setzt seine eigene Außen- und Sicherheitspolitik um, was die USA und die NATO brüskiert. Wann kommt es zum Showdown?

Von Marco Maier

Lange Zeit war die Türkei – ungeachtet der innenpolitischen Querelen und Probleme – ein strategisch wichtiges Mitglied der NATO. Über Anatolien konnte das westliche Militärbündnis (ergo das Pentagon) das Schwarze Meer, das östliche Mittelmeer und das zentralasiatische Festland kontrollieren – von Syrien über den Irak und den Iran bis hin zur Sowjetunion (bzw. deren Nachfolgerepubliken) reichend.

Anfangs sah es so aus, als würde Präsident Recep Tayyip Erdogan sich ebenfalls in die Reihe der willfährigen Helfer des US-Imperiums einreihen. Als der türkische Staat im Zuge des Syrien-Krieges beide Augen zudrückte, als über die türkisch-syrische Grenze unzählige Dschihadisten aus aller Welt in das Nachbarland strömten, geschah dies wohl im gegenseitigen Einverständnis. Immerhin hatten sowohl Ankara als auch Washington das Ziel, Präsident Assad zu stürzen. Koste es was es wolle.

Die Motive dafür waren jedoch unterschiedlich. Während Washington vor allem den iranischen Einfluss zurückdrängen wollte, der Israel bedroht, erhoffte sich Ankara eine sunnitisch dominierte Regierung in Damaskus, die als Alliierter dienen und die separatistischen Kurden im gemeinsamen Grenzgebiet unter Kontrolle halten würde. Doch das militärische Eingreifen Russlands vereitelte diese Pläne und der Großteil der von Islamisten gehaltenen Gebiete wurde wieder unter Kontrolle der syrischen Regierungstruppen gestellt.

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1 KOMMENTAR

  1. Er begibt sich ja zur Zeit fast in die gleiche Rolle wie der Kriegsherr aus Braunau, der machte sich auch alle zum Feind und sein eigentliches Begehren, die Kurden im Griff zu behalten kann noch „granatenmäßig“ daneben gehen, denn nun formiert sich eine unfreiwillige Allianz gegen ihn, zuvorderst die USA, dann die Russen mit ihren Verbündeten Iran und Syrien und deren Präsident hat sich ja schon zu Wort gemeldet und einen Einmarsch nicht hinnehmen will und das alles kann ja noch spannend werden und hoffentlich übernimmt er sich nicht dabei, denn zurückgedränt werden durch Gegenoffensiven, bei gleichzeitigem Wirtschaftsboykott wird ihm nicht zur Ehre gereichen, denn es brodelt ja schon im Lande und dieses Ablenkungsmanöver als großer Feldherr wird ihn noch teuer zu stehen kommen, zumindest spricht vieles dafür, wenn man so in die Geschichte zurückblickt, mit ähnlichen Vorzeichen.

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