Die massive Ablehnung durch die Politik in den USA, Europa und anderen Teilen der Welt sorgt dafür, dass die Facebook-Kryptowährung Libra keine Chance hat.

Von Marco Maier

Mark Zuckerbergs „Libra“, eine Stablecoin-Kryptowährung des Facebook-Konzerns, ist schon tot bevor sie überhaupt umgesetzt werden konnte. Der Grund liegt vor allem darin, dass das globale politische Establishment zwar eigentlich eine globale Digitalwährung möchte, aber gefälligst nur unter der eigenen Kontrolle. Das heißt, ähnlich wie die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds müsste eine solche globale Digitalwährung auf einem – nur deutlich breiteren – Währungskorb beruhen und zudem der Kontrolle der Zentralbanken (z.B. über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ) unterstehen.

Der Druck der Politik und der Notenbanker wurde so stark, dass sich die Kreditkartentitanen Visa und Mastercard erst vor wenigen Tagen zurückzogen und nun auch noch PayPal. Und das, obwohl die Finanzdienstleister anfangs noch ihre feste Unterstützung zusagten. Immerhin geht es hier um ein potentielles Milliardengeschäft.

Wie bei PayPal war auch bei Libra die Möglichkeit vorgesehen, Geld zwischen zwei Personen zu senden und Waren und Dienstleistungen online zu bezahlen. Im Gegensatz zu PayPal wird Libra nicht auf einer vorhandenen Zahlungsinfrastruktur ausgeführt, sondern auf einem noch zu entwickelnden Blockchain-Netzwerk, das durch einen Pool von realen Vermögenswerten und Währungen abgesichert ist.

Der Einstieg von Facebook in den Bereich digitaler Zahlungen könnte das Kryptowährungs-Ökosystem gefährden, da die Anzahl der Nutzer von Facebook etwa das Zehnfache der Anzahl der Nutzer von PayPal pro Jahr beträgt und die Möglichkeit, Finanzdienstleistungen für sie bereitzustellen. PayPal unterstützt Zahlungen auch auf den vorhandenen Plattformen von Facebook, einschließlich eines neuen In-App-Einkaufsangebots, das im März angekündigt wurde. Libra wurde als ein Weg gesehen, die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen zu festigen. Doch nun musste PayPal einen Rückzieher machen.

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Für Facebook ist das ein weiterer Rückschlag. Die Frage lautet nun, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. Ohne die Unterstützung der großen Finanzdienstleister wird es schwierig, die eigene Kryptowährung genügend zu pushen.

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One thought on “Totgeburt „Facebook Libra“?”

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