Thüringen-Wahl: AfD stark, CDU schmiert ab & Grüne schwach

Der grüne Hype scheint in Thüringen keine Rolle zu spielen. Das vorläufige amtliche Endergebnis zeigt eine starke AfD – die vor der CDU liegt. Die Linke wird stärkste Kraft.

Von Michael Steiner

Im Vergleich zu den jüngsten Umfragen vor der Landtagswahle in Thüringen sieht es für die AfD offenbar deutlich besser aus als erwartet, während die Grünen vor einer Katastrophe stehen. Sie schafften nur knapp den Einzug in den Landtag. Die mit rund 65 Prozent deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2014 (damals waren es 52,7 Prozent, die zur Urne schritten) hilft offenbar vor allem der AfD, die der eigentliche Gewinner ist.

Laut vorläufigem amtlichen Ergebnis bei den Zweitstimmen wird klar, dass die Linke mit 31,0 Prozent etwas besser abschneidet als bei den beiden letzten Umfragen (28 Prozent) prognostiziert wurde. Sie profitiert offenbar von der Polarisierung, wo eine Stimme für die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow auch eine klare Stimme gegen die AfD ist.

Diese kommt auf 23,4 Prozent und somit auf Platz 2. Die beiden letzten Umfragen sahen sie bei 21 bis 24 Prozent und damit hinter der CDU, welcher ein Ergebnis von 24 bis 26 Prozent vorhergesagt wurde. Nun steht die Partei von Mike Mohring nur mehr bei 21,8 Prozent.

Für die SPD wurde die Thüringen-Wahl erwartungsgemäß zum Desaster. Demnach liegen die Sozialdemokraten mit nur mehr 8,2 Prozent abgeschlagen auf den vierten Platz, was innerhalb der Schwankungsbreite der Umfragen liegt, welche die Partei bei 9 Prozent sahen.

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Besonders hart ist das Ergebnis auch für die Grünen. Sie wurden in den Umfragen noch mit 7 bis 8 Prozent gehandelt und haben mit den prognostizierten 5,2 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag nur ganz knapp geschafft. Der „Greta-Effekt“, von dem sie sonst überall profitieren, scheint in Thüringen keine Rolle zu spielen.

Wie schon in den Umfragen vorhergesagt wurde es für die FDP mit den 5,0 Prozent in der Hochrechnung äußerst knapp. Aber schlussendlich hat sie es doch geschafft. Die sonstigen Parteien erhalten zusammen demnach 5,4 Prozent.

Die Linke kommt demnach auf 29 der 90 Sitze im Landtag, die AfD auf 22, knapp gefolgt von der CDU mit 21. Die SPD kann nur noch 8 Vertreter entsenden, Grüne und FDP haben jeweils 5 Sitze.

Besonders für die CDU ist das Ergebnis bitter, da sie nicht nur massiv an Stimmen verloren hat, sondern auch noch viele Direktmandate an AfD und Linke abgeben musste. Die Alternative für Deutschland, die 2014 noch keinen einzigen Wahlkreis für sich gewinnen konnte, schaffte nun gleich elf Direktmandate.

Eine Regierungsbildung wird nun schwer. Die Rot-Rot-Grün-Koalition hat nur mehr 42 Abgeordnete, während „Bahamas“ aus AfD, CDU und FDP auf 48 kommen. Die Linkskoalition braucht demnach entweder die CDU oder die FDP als Unterstützung.

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2 Kommentare

  1. Richtig so, dass der Blender Mohring mit seinem Desasterhaufen abgeschmiert ist.
    Auf gar keinen Fall sollten diese Bankrotteure – in TH und im Bund – Teil einer Regierung in Thüringen werden.
    Und trotz übler Hetze und pateiischer Medien legt die AfD deutlich zu, richtig so, der Wähler glaubt den Mauschlern immer weniger!
    Und wer Augen und Ohren auf macht, den Verstand einschaltet, sieht den unheilvollen Trend immer deutlicher. Und beileibe nicht nur auf ein Thema bezogen.
    Von CDU und SPD erwarte ich da keine Erkenntnisgewinne, weil, ohnehin für die Katz, aber Herr Ramelow sollte nochmal gut über die Regierungsbildung nachdenken.
    Stichwort Althaus und Kommunalabgaben (2004), allerdings mit einer heute absolut unmöglichen CDU….., wer käme da noch für eine Problemlösung in Frage, auch dem Wählerwillen nach?!

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