Rubel und Dollar. Bild: © Sputnik/ Mikhail Kutuzov

Die Entdollarisierung Russlands schreitet voran. Künftig sollen die Energieexporte zunehmend in Rubel abgewickelt werden.

Von Marco Maier

Die Entdollarisierungsbemühungen Russlands werden fortgesetzt, im Einklang mit Putins Versprechen, die Anfälligkeit des Landes für die anhaltende Bedrohung durch US-Sanktionen zu verringern, wobei die Regierung des Landes als nächstes die Energieexporte im Auge behalten.

„Wir haben eine sehr gute Währung, sie ist stabil. Warum nicht für globale Transaktionen nutzen?“, erklärte der russische Wirtschaftsminister, Maxim Oreshkin, am Sonntag in einem Interview mit der Financial Times. „Wir wollen den Öl- und Gasverkauf irgendwann in Rubel abwickeln“, sagte er.

„Hier geht es nicht darum, übermäßige Kosten zu verursachen, aber wenn die breite … finanzielle Infrastruktur geschaffen wird, wenn die Anfangskosten sehr niedrig sind, warum dann nicht?“, überlegte Oreshkin.

Obwohl der Anteil des jährlichen Außenhandels Russlands in Höhe von 687,5 Milliarden US-Dollar mit den USA bei unter fünf Prozent liegt, wird laut Bloomberg-Zahlen immer noch mehr als die Hälfte dieses Handels vom Dollar abhängig. Die Sanktionen der USA verzögern jedoch routinemäßig das Geschäft westlicher Unternehmen mit Russland, da sie mit den USA prüfen müssen, ob diese Transaktionen zulässig sind.

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Reuters fasste die jüngsten Aussagen des Wirtschaftsministers weiter zusammen: „Russland wird in der Lage sein, seine Energieexporte in lokaler Währung zu verkaufen, da die inländischen Anleihen des Landes bei ausländischen Investoren beliebt sind, die 29 Prozent seiner Rubelschulden besitzen.“

Nach zwei Wellen von US-Sanktionen in den Jahren 2014 und 2016 – im Zusammenhang mit der Krim und angeblichen US-Wahleinmischungen – hat Washington zuletzt seine Banken daran gehindert, Staatsanleihen direkt aus Russland zu kaufen. Das russische Finanzministerium antwortete darauf, es werde mehr Schulden an Investoren aus Asien und Europa verkaufen.

Obwohl Moskau letztendlich nicht in der Lage sein wird, den Dollar, insbesondere im Zusammenhang mit Öl, vollständig aufzugeben, wird Putins Wunsch, den Dollar fallen zu lassen, angesichts der raschen Verbesserung der Infrastruktur für Transaktionen in alternativen Währungen weiterhin zunehmen. Entsprechende Abkommen gibt es beispielsweise bereits mit China, dem Iran und der Türkei. Die Europäer könnten ihr russisches Erdgas und Erdöl zudem auch in Euro bezahlen.

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