Recep Tayyip Erdogan. Bild: © Sputnik/ Sergei Guneev

Ein Anruf „in letzter Minute“ von US-Präsident Trump hat offenbar dazu geführt, dass Präsident Erdogan seine Syrien-Invasion nun doch noch verschiebt.

Von Redaktion

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan drohte an diesem Wochenende erneut mit einem militärischen Einmarsch in Nordost-Syrien, wo die von den USA gedeckten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stationiert sind (und von kleinen amerikanischen Stützpunkten vor Ort unterstützt werden). Er drohte damit, dass eine Offensive „zu Land und zur Luft“ schon „heute oder morgen“ kommen würde.

Wie bei vielen Drohungen einer „bevorstehenden“ Invasion scheint es, dass diese wieder verschoben wird. Denn als die Präsidenten Trump und Erdogan am Sonntag einen „Last-Minute“-Anruf abhielten, bei dem es den Anschein hat, als wären die beiden Führer zu einem gewissen Grad an Verständnis gekommen, scheint es eine Einigung gegeben zu haben.

Sie diskutierten über die geplante „sichere Zone“ der Türkei östlich des Euphrats in Syrien und was Erdogan einem widerspenstigen Washington seit langem nahegelegt hat: militärisch zusammenzuarbeiten. Obwohl genaue Einzelheiten des Austauschs nicht veröffentlicht wurden, einigten sie sich darauf, sich nächsten Monat bei Trump in Washington zu treffen. Das heißt, zumindest in den kommenden Wochen dürfte es noch keine Syrien-Invasion türkischer Truppen geben.

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„Erdogan drückte die Unzufriedenheit der Türkei mit den US-Militär- und Sicherheitsbürokratien aus, die nicht das tun, was das Abkommen zwischen den beiden Ländern vorsieht, und fügte hinzu, die beiden Männer hätten sich bereit erklärt, sich zu treffen“, berichtete Reuters über das Telefongespräch.

Berichten zufolge ist das türkische Militär in höchster Alarmbereitschaft, um die Befehle des türkischen Präsidenten nach einem langjährigen militärischen Aufmarsch an der Grenze kurzfristig ausführen zu können. „Wir werden diese Operation schon heute oder morgen an Land und in der Luft durchführen“, sagte Erdogan am Samstag. „Wir haben unseren Gesprächspartnern alle Warnungen bezüglich des Ostens des Euphrat gegeben und wir haben mit ausreichender Geduld gehandelt“, fügte der türkische Präsident hinzu.

Er kritisierte ferner die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit den USA in einer von den USA und der Türkei verwalteten Sicherheitszone als „ein Märchen“. Vor allem wegen den kurdischen Milizen, die von Washington gedeckt und unterstützt werden, welche aber von Ankara als Terroristen bezeichnet werden, da diese mit der türkisch-kurdischen PKK verbunden sind.

Die kurdisch dominierten und von den USA unterstützten syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben versprochen, einen Einmarsch türkischer Soldaten als Kriegshandlung zu behandeln. In einer Erklärung sagte die SDF laut Reuters, sie würde „nicht zögern, einen nicht provozierten (türkischen) Angriff in einen umfassenden Krieg umzuwandeln“, um ihre Region im Nordosten Syriens zu verteidigen.

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