Kurz erteilt Propagandist Kleber eine Lektion

Klaus Kleber wollte Sebastian Kurz im ZDF-„heute journal“-Interview bevormunden. Doch dieser erteilt dem Propagandisten eine Lektion.

Von Michael Steiner

So hat sich das der ZDF-Chefpropagandist Klaus Kleber das Interview mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz nach seinem Wahlsieg am Sonntag sicher nicht vorgestellt. Während sich der „heute journal“-Moderator als Sprachrohr des Bundeskanzleramts in Berlin aufführte und versuchte, den österreichischen Politiker zu belehren und zu bevormunden, fuhr ihm dieser gekonnt über den Mund.

Denn das Atlantik-Brücke-Mitglied Kleber kritisierte, dass Kurz eine Neuauflage der Koalition mit der „rechtsnationalen“ FPÖ nicht ausschließe. Kurz selbst betonte daraufhin, dass es eine inhaltlich gute Zusammenarbeit gegeben habe und die Österreicher Türkis-Blau weiterhin favorisieren würden. Dabei betonte er, am Wahlversprechen „mit allen Gespräche“ zu führen festhalten zu wollen.

Doch Kleber hakte weiter wegen der FPÖ, dem „Ibiza“-Skandal und den weiteren Skandalen nach und verlangte von Kurz „eine klare Ansage“ hinsichtlich einer Neuauflage der Mitte-Rechts-Koalition. Im Grunde genommen verlangte Kleber von Kurz, sich von einer weiteren Koalition mit der FPÖ zu distanzieren. Und der junge ÖVP-Chef? Der antwortete eloquent:

„Also, ja, vielleicht würden Sie besser wissen, was ich tun sollte, als ich das selbst weiß. Ich hab mich immer daran gehalten, nicht zu schnell meine Meinung zu ändern, sondern einfach das zu tun, was ich vorher auch versprochen hab‘. Und ich hab vor der Wahl ein Versprechen abgegeben, nämlich, dass ich mit allen Parteien Gespräche führen werde, dass ich unvoreingenommen in all diese Gespräche hinein gehen werde und dass ich versuchen werde, mit allen Parteien eine Schnittmenge zu finden. Das gilt für die Freiheitlichen, das gilt für die Sozialdemokraten, das gilt für die Grünen und das gilt für die NEOS.“

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Doch Kleber gab nicht auf und wies darauf hin, dass das Ausland darauf hoffe, keine Neuauflage der Koalition aus ÖVP und FPÖ zu sehen und fragte, ob „ein solcher Gesichtspunkt bei den Überlegungen, die Sie jetzt anstellen werden, überhaupt eine Rolle“ spiele. Auch hier zeigte sich der Österreicher unbeeindruckt und sagte: „Nein. Ich bin meinen Wählerinnen und Wählern verpflichtet und nicht dem Ausland und auch nicht irgendwelchen Medienvertretern und auch anderen Tippgebern.“ Das war ein gekonnter Konter gegen den Chefpropagandisten des ZDF.

Fall sie es nicht gesehen haben – das ganze Interview sehen Sie hier:

So viel „Cojones“ wünschte man sich auch von deutschen Spitzenpolitikern…

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Ein Kommentar

  1. Kleber = Mindset eines Imperialisten.
    Kurz = Mindset eines Patrioten. (zumindest mal nach außen hin)

    Ob Kleber wohl klar ist, dass das „Ausland“ (was auch immer das genau sein soll… ist ein ähnlicher Dunstbegriff wie „die Märkte“) sich auch wünscht, dass er und seinesgleichen in der Versenkung verschwinden.

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