Krisenstimmung: Schlimmster Rückgang bei der Luftfracht seit 2008

Die von den USA angezettelten Handelskriege drücken auf das Luftfrachtgeschäft. Die Rückgänge sind schlimmer als 2008 – während der Finanzkrise.

Von Redaktion

Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China hat den synchronisierten globalen Abschwung beschleunigt. Die globalen Exporte brechen weiter zusammen und der globale Einkaufsmanagerindex (PMI) bleibt unter 50 und bewegt sich im Kontraktionsbereich. Alle diese bedrohlichen Signale deuten darauf hin, dass eine weltweite Rezession des Handels im Jahr 2020 unmittelbar bevorstehen könnte.

Neue Daten der International Air Transport Association (IATA) zeigen, dass das in Tonnenkilometern (FTK) gemessene weltweite Luftfrachtaufkommen im August um 3,9 Prozent gefallen ist. Dies war der zehnte Monat in Folge mit einem Rückgang und dem stärksten Rückgang seit 2008 Finanzkrise.

Das weltweite Handelsvolumen verlangsamt sich rasch und liegt um mehr als 1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der weltweite Handel könnte bis zur zweiten Jahreshälfte 2020 zum Erliegen kommen. Das Luftfrachtaufkommen wurde von einem enormen makroökonomischen Gegenwind getroffen, der Ende 2017 einsetzte. Ein sich verschärfender Handelskrieg zwischen den USA und China hat den globalen Abschwung zweifellos beschleunigt und die exportexponierten Schwellenländer wie Europa und Indien geschädigt, sowie viele weitere Länder in Asien.

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Der weltweite Rückgang der Luftfrachtmengen ist besorgniserregend, da die Branche als Indikator für die Gesundheit der Weltwirtschaft gilt.

Eine regionale Betrachtung des Luftfrachtaufkommens zeigt, dass der asiatisch-pazifische Raum und der Nahe Osten im August die stärksten Rückgänge beim Wachstum im Jahresvergleich verzeichneten. Nordamerika und Europa verzeichneten moderate Rückgänge. Erstaunlicherweise verzeichneten Afrika und Lateinamerika im August einen Anstieg des Luftfrachtvolumens.

Anfang dieser Woche sagte Kristalina Georgieva, die neue Leiterin des IWF, der Währungsfonds würde seine globale Wachstumsprognose sowohl für 2019 als auch für 2020 erneut senken. Zur Erinnerung: Bereits im Juli senkte der IWF seine Prognose für das globale BIP-Wachstum 2019 auf 3,2 Prozent in diesem Jahr und auf 3,5 Prozent im nächsten Jahr. Das ist die vierte Herabstufung seit dem letzten Oktober und der niedrigste Wert seit der Finanzkrise in einem immer weiter eskalierenden Handelskrieg.

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