Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der Papua und indonesischen Sicherheitskräften. Bild: Youtube

In den Papua-Provinzen Indonesiens herrscht die Gewalt. Inzwischen sind tausende zugewanderte Muslime wegen der Unruhen der sich wehrenden Ureinwohner geflohen.

Von Michael Steiner

Mehr als 16.000 verängstigte Einwohner sind aus einer von Unruhen heimgesuchten Stadt in der indonesischen Region Papua geflohen, wie das Militär am Montag mitteilte. Einer der tödlichsten Gewaltausbrüche seit Jahren fordert eine unabhängige Untersuchung. Mehrere Dutzend Menschen wurden getötet, als im vergangenen Monat in der Stadt Wamena Gewalt ausbrach. Einige Opfer wurden lebendig verbrannt, als Gebäude in Brand gesteckt wurden, andere wurden nach Angaben der Behörden im Chaos erstochen.

Seit Mitte August ist Papua von Wellen von Massenprotesten und Gewalttaten betroffen, die von Indonesiern aus anderen Teilen des Archipels gegen indigene Papua ausgehen. Diese fordern die Selbstverwaltung in der verarmten aber rohstoffreichen Region. Die Mehrheit der Papua sind Christen und ethnische Melanesier mit wenigen kulturellen Bindungen zum Rest der muslimischen – vorwiegend javanesischen – Mehrheit Indonesiens. Doch sie wollen sich nicht mehr unterdrücken lassen und wehren sich gegen die Übermacht.

Am Montag teilte die Luftwaffe mit, dass an Bord von Militärflugzeugen rund 11.400 Menschen – überwiegend Zuwanderer aus den muslimischen Teilen des Landes – evakuiert worden waren. Seit Ende September seien noch mehrere Tausend mit Passagierflugzeugen weggeflogen.

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Ebenfalls am Montag forderte Human Rights Watch (HRW) eine Untersuchung über 33 Todesfälle während der Unruhen in Wamena, die von der Nationalen Menschenrechtskommission des südostasiatischen Landes angeführt werden sollte. „Die indonesische Regierung sollte dem Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen auch sofort den uneingeschränkten Zugang zu Papua ermöglichen, um die Situation zu untersuchen“, sagte die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe in einer Erklärung.

Die vorwiegend dunkelhäutigen und kraushaarigen Melanesier werden von der javanischen Mehrheitsbevölkerung des Landes immer wieder rassisch diskriminiert – und zum Beispiel als „Affen“ bezeichnet. Als Nichtmuslime sind sie zudem lediglich Bürger zweiter Klasse im größten muslimischen Land der Welt (etwas, wo man sich fragt, ob dies auch in unseren Breitengraden mal der Fall sein wird). https://www.amazon.de/dp/1697959482

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