Führungsdebatte: Zerlegt sich die CDU selbst?

Merz, Koch, von Stetten & Co kritisieren Merkel, AKK & die Parteiführung der CDU. Diese erhält Rückendeckung von ihren Getreuen.

Von Michael Steiner

Nach der Selbstzerlegung der SPD zeigen sich auch in der CDU zunehmend politische Erosionserscheinungen. Vor allem das konservative Lager um Merz, Koch, von Stetten, Maaßen & Co probt den Aufstand gegen den von Bundeskanzlerin Angela Merkel geschaffenen profillosen Kurs der Partei. Doch diese hat noch ihre Anhängerschaft innerhalb der CDU.

Doch offenbar kann Merkel nur deshalb auf die Unterstützung einzelner Funktionäre zählen, weil diese die offene Konfrontation und Auseinandersetzung scheuen. Herbert Reul, NRW-Innenminister und Vorsitzender des CDU-Bezirks Bergisches Land, warnte vor einem offenen Richtungsstreit in der Union: „Die SPD ist ein schönes Anschauungsbeispiel dafür, wohin ständige Führungsdebatten führen: ins politische Tal der Tränen“, sagte der Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er habe in seinen vielen Jahren als CDU-Generalsekretär eins gelernt: „Wahlen gewinnt man nur, wenn man geschlossen ist.“

„Die Debatte um die Kanzlerkandidatur ist eine Debatte zur Unzeit“, sagte Karl-Josef Laumann, NRW-Arbeitsminister und Vorsitzender des CDU-Bezirks Münsterland, der Zeitung. „Diejenigen, die heute schon eine Entscheidung herbeireden wollen, führen Scheingefechte, die der CDU nur schaden“, fügte Laumann hinzu. Er lobte Merkels Politik.

Auch Oliver Wittke, Vorsitzender des CDU-Bezirks Ruhr und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, attackierte den Sauerländer: „Friedrich Merz nervt mit seiner Nörgelei vom Spielfeldrand nur noch.“ Es komme jetzt darauf an, die CDU programmatisch als Partei der Mitte zu platzieren. „Sich immer nur an der Bundeskanzlerin abzuarbeiten ist da zu wenig.“

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Doch die „Mitte“ ist inzwischen bereits weit nach links gerückt, weshalb die Konservativen in der Partei nun den „Zwergenaufstand“ versuchen. Allerdings sind sie personell bereits geschwächt, da viele aus ihren Reihen wegen Merkels desaströsem Kurs in den letzten Jahren zur AfD übergelaufen sind. Ob die verbliebenen Konservativen überhaupt noch die Kraft für eine Kurskorrektur haben, ist fraglich.

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Immerhin denkt inzwischen selbst ein Mike Mohring (der im Wahlkampf noch „rechts blinkte“) über ein Bündnis mit der Linken in Thüringen nach, obwohl es theoretisch eines mit AfD und FDP geben könnte. Ein Bündnis, welches programmatisch/inhaltlich sinnvoller wäre als eine Bindung mit der Linkspartei.

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Ein Kommentar

  1. Merkel hat genug Zeit gehabt, sich über die Jahre im Kanzleramt einzurichten und vor allem gegen Umsturzversuche vorzusorgen.
    Die gekaufte Anhängerschaft würde mit untergehen und mal ehrlich, wer lässt sich schon gerne die Butter vom Brot nehmen ?
    Die nächsten zwei Jahre wird Merkel weitermachen wie bisher und ihr Lebenswerk vollenden. Sie hat ganz alleine geschafft, woran der SED und Bauernstaat sich vergeblich die Zähne ausgebissen hat, nämlich die Bundesrepublik zu ruinieren.
    Ob sie dafür zur Verantwortung gezogen wird, bleibt abzuwarten.

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