Deutschlands Wirtschaft geht es schlechter als erwartet

Zwar wird für nächstes Jahr noch ein Plus beim Wirtschaftswachstum erwartet, doch dieses wird bereits deutlich nach unten korrigiert.

Von Marco Maier

Wer sich die Prognosen zum Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ansieht, die laufenden Korrekturen dann ebenso und diese Daten mit der offiziellen Darstellung dann vergleicht, erkennt gleich, dass die Ökonomen oftmals scheinbar ins Blaue hinein raten. Anstatt in „Korridoren“ (Best und Worst Case) zu schätzen, geht es nach dem Prinzip Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu.

Für das Jahr 2020 beispielsweise hatte die Bundesregierung (bzw. deren Ökonomen – sogenannte „Konjunkturexperten“ – im Bundeswirtschaftsministerium) noch im Frühjahr mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Nun, ein halbes Jahr später, gehen sie von nur mehr 1,1 Prozent aus. Eine Schätzung, die sehr wahrscheinlich bereits in wenigen Monaten wieder nach unten korrigiert wird, weil irgendwelche externen Ereignisse (Handelskrieg, Brexit, Nahost-Konflikte, platzende Finanzblasen usw.) die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart treffen.

Zwar wird die sogenannte Herbstprojektion für die Steuerschätzung verwendet, weshalb genauere Zahlenangaben erwartet werden, doch scheinen die Regierungsökonomen grundsätzlich eher zu positiv zu denken. Dies führt dazu, dass die Ministerien angesichts der erwarteten Steuereinnahmen auch einen entsprechenden Finanzbedarf beim Bundesfinanzministerium anmelden. Doch was, wenn aus den Plus 1,1 Prozent dann Minus 1,1 Prozent werden?

Angesichts der geopolitischen Risiken und der Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Außenhandel muss man konstatieren, dass die Regierungsökonomen offenbar zu blauäugig agieren, weil sie diese sichtlich nicht entsprechend miteinkalkulieren. So wie man bereits in diesem Jahr von der wirtschaftlichen Schwäche „überrascht“ war.

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4 Kommentare

  1. Im DDR-Kommunismus eilte die SED Führung mit ihren Heerscharen an Genossen und dem zur Zwangsarbeit verurteilten Proletariat von einem Erfolg zum nächsten.
    So ungefähr kommt mir das jetzt wieder vor. Alles passt und die Grenze wird sicher auch bald geschlossen,
    aber von innen.

    1. Das Kaffeesudlesen war schon in der Antike eine ganz besondere Wissenschaft.

      „Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“
      Albert Einstein

      1. Wir werden sehen.
        Vor dem Bau der Mauer gab es einen ähnlichen Exodus an qualifizierten Arbeitskräften in den Westen.
        Wir dürfen gespannt sein,was die sich einfallen lassen,um ein weiteres „Ausbluten“ zu verhindern.
        Dann kommt noch die Blutvergiftung durch,ich sag mal einfallende Krankheitskeime dazu.
        Jetzt wird das erst mal mit der Mineralöl,CO2,Grund…und und und-Steuer ausgeglichen.
        Aber irgendwann ist Ende Gelände.

  2. Die Weltwirtschaftskrise zog sich in Deutschland von 1928 – 1932 hin und erreichte ihren Höhepunkt mit dem Verfall der Industrieproduktion auf 58% der üblichen Leistung, begleitet in der Hochphase von über 6 Millionen Arbeitslosen und dem Zusammenbruch des gesamten Geldsystems und ab einem bestimmten Zeitpunkt, war die von der USA ausgehende Blase nicht mehr aufzuhalten und im Vergleich zu damals befinden wir uns heute im Zustand von Ende 1929 und das dicke Ende kommt erst noch, nur mit dem Unterschied, daß es sich heute um höhere Beträge und größere Einschnitte bei Millionen mehr handelt und das alles sieht nicht gut aus, denn die Anzeichen sind ähnlicher Natur und das widerrum hängt mit dem Leben auf Pump und Spekulation zusammen und die Leidtragenden werden die Menschen in der Masse sein, während die Verursacher zwar auch verlieren, aber immer noch ein paar Notgroschen besitzen im Gegensatz zu Millionen Verlierern, wie damals Ende der zwanziger Jahre.

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